Frauenheilkunde up2date 2022; 16(01): 3
DOI: 10.1055/a-1689-3388
Editorial

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

Tanja Fehm

bei gynäkoonkologischen Patientinnen stehen im Rahmen ärztlicher Gespräche meist die Therapie sowie das Nebenwirkungsmanagement im Vordergrund. Das Thema Sexualität wird basierend auf aktuellen Studien meist von beiden Seiten nicht aktiv adressiert und ist seitens der Patientin zum Teil mit großer Scham behaftet. Jedoch kann die Lebensqualität durch die Auswirkungen operativer, systemtherapeutischer und radioonkologischer Therapien auf die Sexualität maßgeblich beeinflusst werden. In ihrem Beitrag greifen Fr. Prof. Hasenburg et al. dieses wichtige Thema auf (S. 25). Für jede gynäkoonkologische Erkrankung werden die therapieassoziierten Folgen auf die Sexualität erläutert und mögliche Therapieoptionen, wie Fertilitätserhalt, HRT, und komplementär-medizinische Therapieansätze diskutiert.

Das Zervixkarzinom ist das häufigste Genitalkarzinom in der Schwangerschaft. Die Schwangerschaft kann in vielen Fällen erhalten werden – entweder unter engmaschigen Kontrollen oder bereits durch eine definitive operative Therapie. Bei fortgeschrittenem Zervixkarzinom kann eine neoadjuvante Chemotherapie eine geeignete Strategie darstellen. Nach dem Erreichen der fetalen Reife des Ungeborenen, kann nach der Entbindung die definitive Therapie eingeleitet werden. Eine interdisziplinäre Betreuung der betroffenen Patientin ist essenziell. Prof. Fehm et al. diskutieren für Sie das Management von Zervixdysplasien und Zervixkarzinom in der Schwangerschaft unter Berücksichtigung der aktuellen S3-Leitlinien (S. 41).

Die Muttermilch ist die empfohlene Nahrung für Neu- und Frühgeborene. Die Vorteile gegenüber einer künstlichen Frühgeborenennahrung sind eindeutig belegt. Jedoch kann die Muttermilch zur Übertragung von infektiösen Erkrankungen beitragen. Aus diesem Grund ist es essenziell – insbesondere auch angesichts der aktuellen Coronapandemie – die Bedeutung von pathogenen Viren und Bakterien in der Muttermilch zu kennen und den Stellenwert der Pasteurisierung richtig einzuordnen. Dieses Thema wird in dieser Ausgabe von Daniel Klotz et al. mit Fokus auf praktische Aspekte aufgegriffen (S. 77).

Zuletzt stellt Ihnen Hr. Dr. Meszaros die Pathophysiologie sowie diagnostische Ansätze bei Lageveränderungen des weiblichen Genitales vor (S. 57).

In unserer Rubrik „Schritt für Schritt“ wird von Dr. Krauth die Anlage eines Nabelvenenkatheters ausführlich erklärt und ein Übungsmodell für Sie vorgestellt (S. 17). Der Nabelvenenkatheter stellt eine wichtige Alternative zum periphervenösen oder intraossären Gefäßzugang bei Neugeborenen dar.

Als SOP wird Ihnen der strukturierte Umgang mit OP-Leihmaterial von Prof. Orlowski et al. präsentiert (S. 11). Eine wichtige Grundlage, um organisatorische Herausforderungen wie das Management von Schnittstellen und der unterschiedlichen Verantwortungsbereiche sowie die Einhaltung bindender Rechtsnormen zu meistern.

Ich hoffe, dass Ihnen unsere Selektion an Beiträgen gefällt und wünsche Ihnen bei der Lektüre viel Vergnügen.

Ihre Prof. Tanja Fehm



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
15. Februar 2022

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