Handchir Mikrochir Plast Chir
DOI: 10.1055/a-1738-9906
Der interessante Fall

Paradoxe Perfusionsreaktion der kontralateralen Hand nach Hand-MRT

Paradoxical Perfusion Reaction of the contralateral Hand after Hand MRI
Universitätsklinikum Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik
,
Jasmin Grüner
Universitätsklinikum Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik
,
Theresa Hauck
Universitätsklinikum Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik
,
Raymund E. Horch
Universitätsklinikum Erlangen, Plastische- und Handchirurgische Klinik
› Institutsangaben

Aufgrund der Fähigkeit, die komplexe Anatomie der Hand und des Handgelenks detailliert abzubilden, ist die Magnetresonanztomografie (MRT) ein ideales bildgebendes Verfahren für die Analyse vieler unterschiedlicher Traumata und Pathologien. Die MRT wird häufig nach initialer Röntgen- und Ultraschalldiagnostik ergänzend durchgeführt. Zuletzt erfolgten pro Jahr ca. 10 Millionen MRT-Untersuchungen in Deutschland [1]. Zu den häufigsten Indikationen für die Durchführung einer MRT-Untersuchung der Hand zählen: Beurteilung der intrinsischen Bänder des Handgelenks und des triangulären fibrokartilaginären Komplexes (TFCC), Charakterisierung von Raumforderungen (z. B. Ganglien oder Weichteiltumore), Detektion von Beuge- und Strecksehnenverletzungen und Kapsel-/Bandläsionen an den Fingern sowie Nachweis okkulter Knochenverletzungen [2], [3], [4].

Damit die Anatomie der einzelnen Strukturen der Hand bestmöglich abgebildet wird und Bewegungsartefakte möglichst gering gehalten werden können, erfordert dies eine Optimierung der Platzierung der Hand in der gewählten Spule sowie der Bildgebungsparameter (u. a. Schichtdicke, Sichtfeld und Repetitionszeit/Echozeit). Regulär werden Patienten in Bauchlage mit über dem Kopf ausgestrecktem Arm in der „Superman“-Position gelagert, sodass die Hand für eine bestmögliche, homogene Bildqualität im Isozentrum des Magnetfelds positioniert wird. Dies ist jedoch für manche Patienten unangenehm, und einige Patienten sind nicht im Stande, die MRT-Untersuchung in dieser Lagerung zu vollenden [5].

Im Folgenden berichten wir über einen außergewöhnlichen Fall, bei dem es im Rahmen einer MRT-Untersuchung der rechten Hand zu einer relevanten Veränderung der Perfusionsverhältnisse an der linken Hand gekommen war, bei vorausgegangener „Superman“-Lagerung während der MRT-Untersuchung.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
14. Februar 2022

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