Rofo 2022; 194(11): 1204-1215
DOI: 10.1055/a-1826-0325
Review

Kontrastmittelverstärkter Ultraschall: Endokavitäre Applikationen

Article in several languages: English | deutsch
Kurt Vollert
1   Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Augsburg, Germany
,
Dirk Andre Clevert
2   Institut für Klinische Radiologie, Campus Grosshadern, Klinikum der Universität München, Munchen, Germany
,
Timm Kleffel
1   Klinik für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Universitätsklinikum Augsburg, Germany
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Zusammenfassung

Hintergrund Ultraschall ist eine der wichtigsten bildgebenden Verfahren in der täglichen Routine. Die kontrastmittelverstärkte Sonografie (CEUS) hat die Methode in vielen Bereichen der Computertomografie und der Magnetresonanztomografie ebenbürtig gemacht. In Anlehnung an die endokavitäre Applikation von jodhaltigem Kontrastmittel kann Ultraschallkontrastmittel (USKM) neben der weit verbreiteten intravenösen Anwendung auch endokavitär verabreicht werden.

Methode Dieser Übersichtsartikel informiert, im Kontext der aktuellen Literatur, über die endokavitären Einsatzmöglichkeiten von USKM, wie sie im radiologischen Alltag Platz finden und finden können. Anhand von Beispielen wird die klinische Anwendung mit ihren Vor- und Nachteilen untermauert.

Ergebnisse und Schlussfolgerung CEUS endokavitär erweitert das Spektrum der sonografischen Einsatzmöglichkeiten und findet in der Patientenversorgung in Diagnostik und Therapie eine sichere Anwendung. Sicher im Sinne der Diagnostik und der Patientenführung. Gerade bei Patienten, welche einer strahlenexponierten Untersuchung mit jodhaltigem Kontrastmittel nur bedingt zur Verfügung stehen und aufgrund der Schwere der Erkrankung nur eingeschränkt mobil sind.

Kernaussagen:

  • CEUS endokavitär ist eine sichere und bei sonografischen Vorkenntnissen ohne erheblichen Aufwand erlernbare Methode. Dem Radiologen hilft dabei sein bereits vorhandenes Wissen in der kontrastverstärkten Bildgebung.

  • Mit USKM gelingt eine endokavitäre Untersuchung, vergleichbar zu CT und Fluoroskopie, ohne die Strahlenexposition, Vorerkrankungen und die Mobilität des Patienten berücksichtigen zu müssen.

  • Prinzipiell ist jede Körperhöhle (physiologisch und pathologisch) und Körperöffnung mit jedem Zugangsdevice dem endokavitären CEUS zugänglich.

  • Das Haupteinsatzgebiet liegt bei Interventionen mit Punktionen und Drainagen. Das notwendigerweise zu verdünnende USKM kann im Zugangsdevice und im Zielgebiet mit der dortigen Verteilung unter hoher örtlicher und zeitlicher Auflösung kontinuierlich abgegrenzt werden. Daneben sind im radiologischen Kontext die Miktionsurosonografie und Speicheldrüsengangdarstellung zu betonen.

  • Schlechte Untersuchungsbedingungen im B-Bild ziehen auch in der Regel schlechte Bedingungen bei CEUS nach sich. Hier sind die anderen bildgebenden Verfahren klar im Vorteil, welche auch tiefliegende und luftüberlagerte Strukturen, insbesondere bei adipösen Patienten, überlagerungsfrei, mit guter Übersicht sicher beurteilen können.

Zitierweise

  • Vollert K, Clevert DA, Kleffel T. Endocavitary Contrast-Enhanced Ultrasound. Fortschr Röntgenstr 2022; 194: 1204 – 1215



Publication History

Received: 31 October 2021

Accepted: 05 March 2022

Article published online:
17 August 2022

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