TumorDiagnostik & Therapie 2023; 44(10): 663-667
DOI: 10.1055/a-2058-0437
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Schwerpunkt

Krebs in der Schwangerschaft: Diagnose, Behandlungsoptionen und Outcome

Max-Felix Häring
,
Claudia Lengerke
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Das Auftreten von Krebs in der Schwangerschaft ist eine seltene Problematik – die Behandlung stellt jedoch eine interdisziplinäre Herausforderung dar und bedarf einer engen Zusammenarbeit, um eine adäquate Behandlung mit dem geringsten Risiko für die Patientin und das Ungeborene zu gewährleisten. Diese Übersicht thematisiert die Optionen abhängig vom Stadium der Tumorerkrankung und der Dringlichkeit der Therapie in verschiedenen Phasen der Schwangerschaft bis hin zur Geburt.

Kernaussagen
  • Die Inzidenz der diagnostizierten Krebserkrankungen bei schwangeren Frauen liegt bei etwa 1 zu 1000 pro Jahr.

  • Bei pathologischen Laborwerten und klinischen Veränderungen sollte immer auch die Möglichkeit einer malignen Erkrankung in Betracht gezogen werden.

  • Je nach Entität und Stadium der Erkrankung sollte eine Dringlichkeit der Therapieeinleitung interdisziplinär erfolgen, bei Einleitung einer Therapie im ersten Trimenon muss ein Abort diskutiert werden.

  • Besonders ab dem zweiten Trimenon stehen diverse Zytostatika zur Verfügung, welche ohne erhöhtes Risiko für den Fötus eingesetzt werden können.

  • Auf den Einsatz neuer zielgerichteter Therapien sollte primär verzichtet werden, da hier das teratogene Potenzial für den Fötus als zu hoch eingeschätzt werden muss.

  • Das neonatologische Outcome nach Einsatz von Zytostatika während und nach dem zweiten Trimenon zeigt keine signifikant schlechtere Entwicklung im Vergleich zur gesunden Bevölkerung, zu beachten ist aber die mögliche Myelosuppression des Kindes nach Geburt.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
28. November 2023

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