Zeitschrift für Palliativmedizin 2024; 25(01): 11
DOI: 10.1055/a-2221-9709
Forum

„Kinder- und Jugendhospizarbeit braucht Verbündete“

Manfred Gaspar

„Mitten in der Gesellschaft – Kinder- und Jugendhospizarbeit als gesellschaftlicher Impulsgeber“ lautete das programmatische Leitthema des 9. Deutschen Kinderhospizforums unter der Schirmherrschaft von Bundesgesundheitsminister Prof. Dr. Karl Lauterbach vom 27. bis 28. Oktober 2023 im Haus der Technik in Essen.

Das zweijährig stattfindende Deutsche Kinderhospizforum ist Europas größte Fachtagung zur Kinder- und Jugendhospizarbeit. Sie richtet sich an Familien, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in der Hospiz- und Palliativarbeit, Mitarbeitende im Gesundheits-, Bildungs-, Sozial- und Wissenschaftsbereich, Selbsthilfegruppen und an alle interessierten Menschen. Auch aus der Perspektive von jungen Menschen mit lebensverkürzender Erkrankung und deren Eltern und Geschwistern reflektiert das Deutsche Kinderhospizforum die Facetten der Kinder- und Jugendhospizarbeit. Gemeinsam mit Praktiker*innen in der Hospiz- und Palliativarbeit, Wissenschaftler*innen und Mitarbeitenden sozialer und psychologischer Berufsfelder und weiteren Interessierten werden Erfahrungen ausgetauscht, Ideen und neue Ansätze fortentwickelt.

450 Teilnehmende – 12 Foren – 12 Vorträge – 4 Podiumsdiskussionen: Diese eindrucksvolle Bilanz ließ sich nach zwei intensiven und ereignisreichen Tagen ziehen.

Für den Impulsvortrag konnte Prof. Dr. Margot Käßmann gewonnen werden, die mit sehr persönlichen Worten nicht nur als Pfarrerin im Ruhestand, sondern vor allem als amtierende Großmutter die Zuhörerschaft in ihren Bann ziehen konnte.

Einen wesentlichen Programmpunkt der Tagung bildete die Verleihung des 9. Deutschen Kinderhospizpreises durch Marcel Globisch, Vorstand des Deutschen Kinderhospizvereins, an Wolfgang Brünker aus Düsseldorf, ehrenamtlicher Mitarbeiter und Urgestein des Ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienstes Düsseldorf sowie der Deutschen Kinderhospizakademie ([ Abb. 1 ]). In der Begründung der Jury wurde der Preisträger als „Herzensmensch“ charakterisiert, der alle Facetten für die dieser Preis steht, abdecke.

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Abb. 1 Marcel Globisch (rechts), Vorstand des Deutschen Kinderhospizverein, freute sich sichtlich, den 9. Deutschen Kinderhospizpreis an Wolfgang Brünker zu verleihen (Quelle: © Deutscher Kinderhospizverein e. V.). [rerif]

Zwei Tage lang bot das Forum einen Überblick über die vielfältigen Betätigungsfelder der in diesem Themenbereich engagierten Einrichtungen in enger Verknüpfung von Theorien der Wissenschaft, Fragen der Arbeitspraxis und Erfahrungen aus der Lebenswirklichkeit betroffener Familien.

Besonders bewegt hat die Teilnehmenden der Poetry Slam „Hauptsache glücklich“ von Sabrina Lorenz, den Sie bei Interesse hier nachhören können: https://www.deutscher-kinderhospizverein.de/service/veroeffentlichungen.

Die Poetry-Slammerin und Autorin, lebt mit einer chronischen Erkrankung und berührte mit ihrer Maxime „Nicht zu retten und nicht zu heilen, sondern einander zu helfen und gemeinsam zu verweilen. Es geht um Begleitung und dabei bleibe ich in meinem Leben selbst die Leitung“ so sehr, dass der Slam künftig in allen Qualifizierungskursen für Haupt- und Ehrenamt fester Bestandteil sein werde, wie Marcel Globisch im Abschlussplenum verkündete.

Nach einer Pressemitteilung des Deutschen Kinderhospizverein e. V.

Manfred Gaspar, Kiel



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Artikel online veröffentlicht:
09. Januar 2024

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