Zusammenfassung
Der vorliegende Beitrag beleuchtet ein besonderes Kapitel der NS-„Euthanasie“-Verbrechen
in den letzten
Jahren des Zweiten Weltkrieges. In Hadamar erfolgte durch die Ermordung von tuberkulosekranken
Zwangsarbeiter:innen eine bis dato einzigartige Ausweitung der „Euthanasie“-Opfergruppe.
Allem voran
„rassische Minderwertigkeit“ und „Arbeitsunfähigkeit“ durch körperliche Erkrankungen
waren die Gründe für
die Ermordung mehrerer Hundert polnischer und sowjetischer Zwangsarbeiter:innen in
der ehemaligen
Landesheilanstalt Hadamar. An kaum einer anderen Verfolgten- und Opfergruppe wird
das tödliche Potenzial
der utilitaristischen, rassenhygienischen Gesundheitspolitik des NS-Regimes so deutlich.
Abstract
This article sheds light on a special chapter of Nazi “euthanasia” crimes in the final
years of the
Second World War. In Hadamar, the murder of forced laborers suffering from tuberculosis
led to a hitherto
unique expansion of the “euthanasia” victim group. Above all, “racial inferiority”
and “inability to
work” due to physical illness were the reasons for the murder of several hundred Polish
and Soviet forced
laborers in the former Hadamar state sanatorium. The deadly potential of the Nazi
regime’s utilitarian,
racial-hygienic health policy can hardly be seen so clearly in any other group of
persecutees and
victims.
Schlüsselwörter NS-„Euthanasie“ - Hadamar - Zwangsarbeit - Tuberkulose
Keywords NS-„euthanasia“ - Hadamar - forced labour - tuberculosis