Aktuelle Dermatologie 2025; 51(08/09): 307-311
DOI: 10.1055/a-2657-5345
State of the Art

Einfluss der Ernährung auf die Wundheilung

Christian Hollard
,
Regina Renner
,
Cornelia Erfurt-Berge
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Eine optimale Nährstoffversorgung spielt bei der Wundheilung eine zentrale Rolle. In jeder Phase – von der Entzündung bis zur Regeneration – benötigt der Körper spezifische Vitamine und Mineralstoffe. Für Menschen, die an chronischen Wunden leiden, ist deshalb eine Fehlernährung besonders riskant. Dabei ist zu beachten, dass eine Fehlernährung mit einem Mangel einzelner Nährstoffe auch bei adipösen Patienten auftreten kann. Zu den für die Wundheilung essenziellen Nährstoffen gehören Proteine, Vitamin C und D, Zink sowie Omega-3-Fettsäuren.

Kernaussagen
  • Eine ausgewogene Nährstoffzufuhr ist entscheidend für den Heilungsprozess von Wunden und unterstützt alle Phasen der Gewebereparatur.

  • Ernährungsdefizite und ein unzureichender Ernährungsstatus sind häufige Hindernisse bei Patient*innen mit chronischen Wunden und sollten frühzeitig durch gezielte Interventionen behandelt werden.

  • Ältere Menschen sollten regelmäßig auf Mangelernährung überprüft werden. Dafür stehen Screening- und Assessmentinstrumente zur Verfügung.

  • Die EPUAP-Leitlinie empfiehlt bei Dekubituspatient*innen eine erhöhte Energie- (30–35 kcal/kgKG) und Proteinzufuhr (1,25–1,5 g/kgKG) zur Unterstützung der Wundheilung.

  • Für chirurgische Patient*innen ist eine prä- und postoperative Ernährung mit ausreichend Energie (25–30 kcal/kgKG), Proteinen (1,5 g/kgKG) sowie immunmodulierenden Nährstoffen wie Omega-3-Fettsäuren, Arginin und Vitamin C essenziell, um Wundheilung und Genesung zu fördern, Komplikationen zu minimieren und die Krankenhausverweildauer zu verkürzen.

  • Spezifische Mikronährstoffe wie Vitamin C, Vitamin D und Zink fördern die Zellteilung und Kollagensynthese und sind essenziell für eine erfolgreiche Wundheilung.

  • Regelmäßiges Monitoring und eine interdisziplinäre Zusammenarbeit ermöglichen eine gezielte Anpassung der Ernährungstherapie an den Heilungsverlauf.



Publikationsverlauf

Artikel online veröffentlicht:
18. August 2025

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