Nervenheilkunde 2025; 44(12): 890-891
DOI: 10.1055/a-2693-9563
Gesellschaftsnachrichten

Nachwuchstreffen der Jungen DMKG 2025 in Leipzig

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Nachwuchstreffen der Jungen DMKG 2025, Leipzig

Vom 26. bis 28. Juni 2025 fand in Leipzig das diesjährige Nachwuchstreffen der Jungen Deutschen Migräne- und Kopfschmerzgesellschaft statt. Gastgeber war das Team der Klinik für Neurologie am Klinikum St. Georg Leipzig um PD Dr. med. Torsten Kraya in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Halle, Simon Heinz und dem Universitätsklinikum Leipzig, Achmed Mrestani, die die Veranstaltung mit großem Engagement vorbereitet und durchgeführt hatten.

Ziel des jährlichen Treffens ist es, jungen Forschenden aus dem Bereich der Kopfschmerzforschung und -versorgung Raum für wissenschaftlichen Austausch, interdisziplinäre Vernetzung und kollegiales Miteinander zu bieten. Entsprechend vielfältig war das Programm: Promotions- und Masterarbeitsprojekte, klinische Fallvorstellungen sowie methodische Diskussionen zu aktuellen Aspekten von Pathomechanismen, Diagnostik und Therapie bildeten den Kern der Veranstaltung.

Etwa 30 Teilnehmende reisten aus ganz Deutschland an und präsentierten Projekte aus verschiedenen Bereichen der Kopfschmerzforschung – von kinderneurologischen Perspektiven über neurophysiologische Grundlagen bis hin zu therapeutischen Ansätzen und psychologischen Einflussfaktoren. Die Diskussionen waren lebendig, fundiert und spiegelten das hohe Engagement aller Beteiligten wider.

Das wissenschaftliche Programm war thematisch breit aufgestellt und setzte einen klaren Schwerpunkt auf Migräne. Im Bereich der geschlechtsspezifischen klinischen Forschung wurde ein Studienprotokoll vorgestellt, das in Abhängigkeit vom physiologischen Menstruationszyklus elektrophysiologische, biochemische und vaskuläre Parameter sowie die Migräneanfälligkeit nach Gabe von Calcitonin-Gene-Related Peptide (CGRP) untersucht. Ein weiterer Vortrag präsentierte Ergebnisse zur geschlechtsspezifischen Reaktion auf die Migräneprovokation mit einem Oxytocin-Rezeptorantagonisten. Ein zusätzlicher Themenblock beleuchtete genetische Überschneidungen zwischen Migräne und Epilepsie, insbesondere Funktionsstörungen spannungsgesteuerter P/Q-Typ-Calciumkanäle infolge von Punktmutationen.

Zur Migränetherapie wurden neue Erkenntnisse vorgestellt, unter anderem zur Kombination von Amitriptylin und Magnesium, zur sequentiellen Behandlung mit OnabotulinumtoxinA und Erenumab, sowie zur Effizienz von Eptinezumab bei Patient:innen, die nicht auf subkutan verabreichte monoklonale Antikörper gegen CGRP ansprechen. Ebenfalls diskutiert wurden der Einsatz manueller Therapie bei Migräne sowie die Akutversorgung von Kopfschmerzen in der pädiatrischen Notaufnahme.

Weitere Beiträge befassten sich mit der Schmerzwahrnehmung im zervikalen/trigeminalen System bei Migräne, der Rolle von CGRP bei primären und sekundären Kopfschmerzen sowie der Modulation des Zerebellums bei Schmerzverarbeitung und der schmerzbezogenen multisensorischen Integration.

Ferner wurde die Übersetzung und Validierung des MIBS-4 präsentiert, ein Instrument zur Erfassung der interiktalen Migränebelastung. Ergänzend wurden weitere psychologische Mechanismen kopfschmerzbedingter Beeinträchtigungen erläutert.

Ein besonderes Highlight stellte die Auswahl von drei Vorträgen für das „Top Young Science“-Symposium im Rahmen des Deutschen Schmerzkongresses vom 22. bis 25. Oktober 2025 in Mannheim dar. Die Junge DMKG freut sich, dass Peter Zsoldos (Dresden), Cleo Handtmann & Paula Kleist (Berlin) sowie Achmed Mrestani (Leipzig) ihre Arbeiten dort präsentieren dürfen, und wünscht dabei viel Erfolg!

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Ergänzt wurde das wissenschaftliche Programm durch ein kulturelles Rahmenprogramm. Am Donnerstagabend traf sich die Gruppe zum ersten gemeinsamen Austausch. Der Freitag klang nach einer thematischen Stadtführung unter dem Titel „Die Leipziger Frauen-Power“ mit einem Abendessen aus. Den Abschluss bildete am Samstag eine sommerliche Bootstour entlang des Karl-Heine-Kanals bis zur Spinnerei, gefolgt von einem gemeinsamen Abendessen.

Das Treffen hat nicht nur den fachlichen Austausch bereichert, sondern auch neue Impulse für zukünftige Projekte gesetzt, das Netzwerk gestärkt und neue Bekanntschaften entstehen lassen – wir freuen uns schon auf das Wiedersehen 2026 in Greifswald!

Lilli Malkhasyan und Carolin Höhne (Berlin)



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Article published online:
28 November 2025

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