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DOI: 10.1055/a-2714-9116
Dehnen: Eine Delphi-Konsenserklärung internationaler Expert*innen
Dehnen ist eine beliebte Intervention, doch besteht eine Diskrepanz zwischen dem angenommenen Nutzen in verschiedenen Anwendungsbereichen und der Evidenz. Angesichts der Vielzahl an Publikationen, der methodischen Vielfalt und des fehlenden Konsenses stehen Praktiker*innen vor der Frage, wann und wie Dehnen sinnvoll eingesetzt werden sollte.
Ziel der Arbeit war es daher, evidenzbasierte praktische Empfehlungen bereitzustellen. Hierfür wurde eine Gruppe von 20 Expert*innen (2 Frauen) aus 12 Ländern zusammengestellt, die sowohl aktiv forschen als auch praktische Erfahrung aufweisen. Mittels eines Delphi-Verfahrens entwickelten sie einen Konsens zu Definitionen und Anwendungsbereichen.
Das Gremium empfiehlt Dehnung zur kurzfristigen und langfristigen Verbesserung der Beweglichkeit, wozu jedoch auch praktikable Alternativen zur Verfügung stehen, und zur Verringerung der Muskelsteifigkeit, was wiederum nicht immer ein erwünschtes Ziel ist. Statisches Dehnen könnte positive Effekte auf das Gefäßsystem haben, derzeit sind jedoch keine eindeutigen Empfehlungen möglich. Das Gremium empfiehlt Dehnung weder zur besseren Regeneration, Haltungsverbesserung oder Verletzungsprophylaxe noch für Kraft- oder Muskelmassenzunahme.
Als Limitationen geben die Forschenden u. a. an, dass die Empfehlungen für Gesunde gelten und eine andere Mindestanzahl veröffentlichter Studien als Expert*innen-Kriterium die Zusammensetzung des Gremiums verändert hätte.
Arne Vielitz
Publication History
Article published online:
16 December 2025
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