Inf Orthod Kieferorthop 2009; 41(1): 1
DOI: 10.1055/s-0028-1098867
Editorial

© Georg Thieme Verlag Stuttgart ˙ New York

Editorial

F.  Weiland
  • 1Privatpraxis, Deutschlandsberg
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Publication Date:
17 March 2009 (online)

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

mit Verwunderung muss ich wiederholt feststellen, dass die uns als „modern“ verkaufte Kiefer­orthopädie den Kontakt zum Fundament unseres Wirkens zu verlieren scheint. Wir verwenden trotzdem nach wie vor gerne den Begriff „Bio­mechanik“. Und diesem Wort ist mehr als nur Draht und Bracket, also „Mechanik“ zu entnehmen. Es hängt an unserer Apparatur ein Mensch, mit seinen manchmal atypischen Reaktionen oder Problemen.

Wir können in vielen unserer Aufgabenbereiche, so z. B. bei der Behandlung von Traumafolgen oder Zahndurchbruchsstörungen mit diesen Aspekten unmittelbar konfrontiert werden. Zunehmend aber muss der Kieferorthopäde auch fachübergreifend Verantwortung übernehmen. Dazu gehört die apparative Therapie von Schlafapnoe. Autoren aus Graz und Freiburg bieten informative Übersichten.

In unserer Gesellschaft finden Veränderungen statt. Die Integration behinderter Menschen schreitet, wenn auch langsam, voran. Weiters ermöglicht die moderne Medizin vielen Menschen mit gesundheitlichen Problemen, oftmals mit entsprechender Medikation, ein annähernd normales Leben mit einer ansprechenden Lebenserwartung zu führen. Vermehrt werden diese Menschen auch eine kieferorthopädische Behandlung in Anspruch nehmen. Autoren aus Israel, England und Österreich vermitteln die wichtigsten Informationen in übersichtlicher Form.

Zum Nachdenken lädt ein weiterer Beitrag aus England ein. Die Strahlenschutzrichtlinien, die hier ausgeführt werden, werden in näherer ­Zukunft nicht nur in England, sondern im gesamten EU-Raum einen direkten Einfluss auf unsere täg­liche Arbeit haben. Wie ernst diese von der British Orthodontic Society herausgegebenen Richtlinien international genommen werden, ist anhand deren Ankündigung auf der Umschlag­seite des American Journal of Orthodontics and Dentofacial Orthopedics sowie der Diskussion in einem Editorial der gleichen Zeitschrift vom Novem­ber 2008 klar ersichtlich.

Ich hoffe, dass Sie, geschätzte Kolleginnen und Kollegen, die in dieser Ausgabe gereichten Informationen für Ihre Arbeit nutzen können.