Zusammenfassung
An 41 aphasischen und 56 nicht aphasischen Hirnkranken wurde das Sprachverständnis
mit einer breit angelegten Testserie unter Berücksichtigung der Kontrollvariablen
Lebensalter und Intelligenzquotient untersucht. Dabei fand sich, daß drei Verfahren,
die bisher zum allgemeinen Standard der klinischen und wissenschaftlichen Untersuchungsmethode
gehören, nämlich Prüfung des Verständnisses für Objektnamen, Farbennamen und einfache
Aufforderungen, keine Unterscheidung zwischen Hirnkranken mit und ohne Aphasie ermöglichen.
Diese Verfahren sind also für die Prüfung auf eine aphasische Störung im Sprachverständnis
ungeeignet. Auch ein eigener Test »richtige und falsche Behauptungen« brachte keine
eindeutigen Ergebnisse. Aufgaben, die Intelligenztests verwandt sind, erfassen also
das Spezifische der aphasischen Verständnisstörung nicht. Allein der Token-Test gestattete
eine sichere Feststellung der rezeptiven aphasischen Störung. So gut wie alle Aphasiker
unterschieden sich in den Token-Test-Leistungen von nicht aphasischen Hirnkranken.
Nach einer Kreuzvalidierung früherer Ergebnisse unserer Arbeitsgruppe wird ein neuer
Grenzwert im Token-Test vorgeschlagen. Sprachverständnisstörungen bei den verschiedenen
Typen von Aphasie sollten nicht global, sondern differenziert mit linguistischen Methoden
untersucht werden.
Summary
Language comprehension was investigated in 41 aphasic and 56 non-aphasic patients
with brain disease, using a wide series of tests and taking into account age and intelligence
quotient. It was found that three tests which have previously been part of the general
routine clinical and scientific investigations, namely tests for comprehension of
object names, colour names and simple commands, cannot distinguish between patients
with and without aphasia. These tests are, therefore, unsatisfactory for aphasic disorders
of language comprehension. A test developed by the authors, »right and wrong statements«,
gave equivocal results. Tests which use the intelligence test are not suitable for
the specific abnormality of aphasic disorder of comprehension. Only the Token test
makes it possible to make definite statements on receptive aphasic disorders. Practically
all aphasics scored differently in the Token Test from non-aphasic patients with brain
disease. Cross validation of earlier results of the authors' group provides a new
limit for the Token Test. Disorders of language comprehension in the various types
of aphasia should not be tested globally but only in a differentiated form.