Dtsch Med Wochenschr 1944; 70(5/06): 64-66
DOI: 10.1055/s-0028-1118839
Wehrmedizin

© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Über rudimentäre Malariaerkrankungen in den Wintermonaten

H. Puhlmann
  • Kriegslazarettabteilung im Osten Kommandeur: Oberfeldarzt Prof. E. Hofmann
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
02. Juni 2009 (online)

Zusammenfassung

1. Es wird auf das in den Wintermonaten meist im Anschluß an andere leichte Erkrankungen beobachtete Auftreten von rudimentären Malariaformen hingewiesen.

2. Diese Malariaformen zeigen 2 verschiedene Typen des Fieberverlaufes. Entweder 1tägige Temperaturanstiege bis höchstens 38,5°, die sich in Abständen bis zu 14 Tagen mehrfach wiederholen, oder wellenförmig langsam ebenfalls bis höchstens 38,5° ansteigende und dann langsam wieder abfallende Temperaturwellen, die sich von 4 bis über 10 Tage erstrecken.

3. Weitere richtungweisende Symptome sind Kopfschmerzen sowie eine meist ausgeprägte Monozytose, während tastbare Milzvergrößerungen, Urobilinogenausscheidungsstörungen, Hämoglobinverminderungen oder Formveränderungen des Blutbildes im Sinne einer sekundären Anämie kaum beobachtet wurden.

4. Die endgültige Diagnose wurde stets auf Grund eines positiven Parasitenbefundes gestellt, machte jedoch bei den geringen Parasitenzahlen im peripheren Blut der rudimentären Malariaformen meist größere Schwierigkeiten. Es mußte oft 4—5 Dicke-Tropfen-Präparate eingehend durchgesehen werden, bis ein positiver Parasitennachweis erbracht werden konnte.