Dtsch Med Wochenschr 1934; 60(47): 1786-1788
DOI: 10.1055/s-0028-1130278
© Georg Thieme Verlag, Stuttgart

Neuere Untersuchungen über Dysbasia intermittens angiosclerotica

Vitér István v. Gönczy
  • Aus der III. Medizinischen Klinik der Pázmány Péter Universität in Budapest. Direktor: Prof. Baron A. v. Korányi
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
05. Mai 2009 (online)

Zusammenfassung

1. Bei 97 dysbasischen Kranken wurden genaue oszillometrische Messungen vorgenommen, wobei das Pachonsche Oszillometer ebenso bei Stellung der Diagnose wie bei der Kontrolle der Therapie wiederholt gute Dienste leistete. Die Dysbasie unserer Kranken war in 85 Fällen von sklerotischem, in 7 von spastischem Charakter, und bei 5 war deren Ursache in einer Endarteriitis obliterans zu suchen.

2. An Hand unserer Fälle befaßten wir uns eingehend mit der spastischen Form der Dysbasie. Bei 3 Kranken war sie eine selbständige Krankheit, bei 4 mit einer Neuritis bzw. mit einer Neuralgie verbunden. Die letztgenannten Fälle wiesen einen engen und lehrreichen Zusammenhang zwischen Gefäßund Nervenveränderungen auf, aus welchem sich auch therapeutische Weisungen ergeben. Es wurden auch den 4, aus der Literatur bekannten Fällen Beachtung geschenkt, in welchen bei jungen Individuen — bei 3 in Verbindung mit einem Trauma — ohne jede nachweisbare Gefäßläsion eine Gangrän auftrat. Die Pathogenese der Fälle ist nicht geklärt. Wahrscheinlich ist es jedoch, daß die Gangrän zufolge eines durch das Trauma ausgelösten reflektorischen Spasmus zustande kam.

3. Unsere Daten, welche sich auf die Verteilung nach Geschlecht und Lebensalter beziehen, stimmen zeitlich mit den Erfahrungen anderer Autoren überein.

4. Im therapeutischen Teil wurde die Wichtigkeit der Anwendung hypertonischer Lösungen (Kochsalz, Dextrose), des Padutin (Kallikrein) hervorgehoben. Es wurde über den Fall eines an Endarteriitis obliterans leidenden Kranken berichtet, bei welchem nach 6jähriger Behandlung der Stillstand des Prozesses, das bedeutende Nachlassen der Schmerzen und eine deutliche Besserung des Gehvermögens festgestellt werden konnte.