Notfallmedizin up2date 2009; 4(2): 97-112
DOI: 10.1055/s-0029-1185716
Allgemeine Prinzipien der Notfallmedizin

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Koma/Bewusstseinsstörungen

Christian Berger
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Publication Date:
26 June 2009 (online)

Kernaussagen

Bewusstseinsstörungen umfassen sowohl qualitative als auch quantitative Bewusstseinsstörungen. Qualitative Bewusstseinsstörungen gehen mit einer Störung der Wahrnehmung, der Orientierung, der Reizverarbeitung oder der Bewusstheit ohne Bewusstlosigkeit einher. Dazu zählen die Verwirrtheit und das Delir. Quantitative Bewusstseinsstörungen schränken das Wachbewusstsein oder die Reaktionsfähigkeit auf Außenreize ein. Sie reichen von Bewusstseinstrübung (Somnolenz, Sopor) bis hin zu Bewusstlosigkeit (Koma).

Ursache

  • Die quantitative Bewusstseinsstörung entsteht durch eine funktionelle oder morphologische Läsion des aufsteigenden, aktivierenden Teils der mesenzephalen Formatio reticularis des Hirnstamms oder der Thalami.

  • Zu den häufigsten Ursachen gehören Hirnstammschädigungen, Schädel-Hirn-Traumata, Hypoxien und metabolische oder toxische Auslöser.

Leitsymptome

  • akute Bewusstseinsstörung

  • Nackensteifigkeit und perakute Kopfschmerzen

  • akute oder intermittierende Lähmungen

  • akute oder subakute Querschnittslähmung

  • fokale oder generalisierte epileptische Anfälle

Dezerebrationssyndrome

  • funktionelle Abkoppelung des Hirnstamms vom gesamten Hirnmantel ohne Verlust der Wachheit

  • apallisches Syndrom (persistierender vegetativer Zustand)

  • akinetischer Mutismus

  • Locked-in-Syndrom

Dissoziierter Hirntod

  • vollständiger und irreversibler Funktionsausfall des Gehirns

  • entsteht durch schwerste primäre Hirnschäden, vorübergehenden Herzstillstand oder schwere metabolische zerebrale Krankheitsprozesse

  • klinische Diagnose durch Koma, Hirnstammareflexie und Apnoe

  • Kriterien müssen mindestens 12 Stunden bei schwerer primärer Hirnschädigung, 72 Stunden bei sekundärer Hirnschädigung, 24 Stunden bei Kindern erfüllt sein

Literatur

Prof. Dr. med. Christian Berger

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