Z Orthop Unfall 2009; 147(5): 561-566
DOI: 10.1055/s-0029-1186104
Trauma

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Der umgedrehte Plattenfixateur zur osteosynthetischen Stabilisierung bei erschwerter Frakturheilung am proximalen Femur

The Reversed Locked Internal Plate Fixator as an Alternative Internal Fixation of Problematic Proximal Femur FracturesA. T. Mehlhorn1 , P. C. Strohm1 , C. A. Müller2 , L. Konstantinidis1 , H. Schmal1 , N. P. Südkamp1
  • 1Department für Orthopädie und Traumatologie, Klinikum der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
  • 2Klinik für Unfall-, Hand- und orthopädische Chirurgie, Städt. Klinikum Karlsruhe
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Publication Date:
05 October 2009 (online)

Zusammenfassung

Studienziel: Winkelstabile Plattenfixateure besitzen eine erhöhte Verankerungsstabilität im osteoporotischen Knochen und können minimalinvasiv eingebracht werden. Bisher waren solche Plattenfixateure nur für das proximale Femur und die distale Tibia erhältlich, jedoch könnte der Einsatz solcher Implantate am proximalen Oberschenkel bei verminderter Knochenqualität oder bei schwieriger Weichteilsituation möglicherweise vorteilhaft sein. Deswegen wurde in dieser Studie der Einsatz eines umgedrehten Femur-Plattenfixateurs zur Frakturstabilisierung am proximalen Femur untersucht. Methode: Zehn Patienten mit pertrochantärer (n = 5), periprothetischer (n = 1) oder subtrochantärer (n = 4) Femurfraktur wurden im Zeitraum 2003–2008 bei schlechten Durchblutungs- oder Knochenverhältnissen oder bei bereits gescheiterten osteosynthetischen Stabilisierungsversuchen prospektiv erfasst, mit einem umgedrehten Femur-LISS (Less Invasive Stabilisation System) operativ versorgt und nachuntersucht. Der mittlere Nachuntersuchungszeitraum betrug 14 ± 25 Monate. Zum Kontrollzeitpunkt nach 6 und 12 Wochen wurden Röntgenaufnahmen und eine klinische Untersuchung durchgeführt. Ergebnisse: Alle Frakturen konnten intraoperativ mit einem Plattenfixateur stabilisiert werden. Sieben Patienten zeigten nach 3 Monaten eine vollständige Konsolidierung der Fraktur und konnten die entsprechende Extremität voll belasten. Drei Patienten zeigten protrahierte Infektverläufe bei vorbestehender Durchblutungsstörung bzw. Osteomyelitis, es musste der Ausbau des Implantats erfolgen. Schlussfolgerung: In unserer kleinen Gruppe schwieriger Fraktursituationen konnte in 70 % der Fälle eine knöcherne Konsolidierung erzielt werden. Bei extremen Weichteilsituationen stößt selbst der minimalinvasiv eingebrachte Plattenfixateur an seine Grenzen. Bei bereits einliegendem intramedullärem Implantat oder bei fortgeschrittenem osteoporotischen oder osteolytischen Knochen nach Komplikationsverläufen halten wir den umgedrehten Plattenfixateur am proximalen Femur für ein geeignetes alternatives Verfahren und aufgrund der Möglichkeit zum Einbringen über einen kleineren Zugang auch gegenüber Alternativimplantaten überlegen.

Abstract

Aim: The aim of the study was to evaluate the application of a locked internal fixator in complex fractures of the proximal femur, in which the internal fixation with standard implants was not possible due to poor quality of bone or already failed internal fixation in the past. Method: Ten patients suffering from a pertrochanteric (n = 5), periprosthetic (n = 1) or subtrochanteric (n = 4) femural fracture between 2003 and 2008 were prospectively registered, underwent open reduction and internal fixation with an “upside-down” femur LISS (less invasive stabilisation system) and were followed up. In all these patients a primary internal fixation had failed or the local bone situation and circulation were poor. The mean follow-up was 14 ± 25 months. X‐ray images and a clinical examination were performed at each appointment. Results: All fractures reached a primarily stable fixation with the locked internal plate fixator. Seven patients showed a complete bone healing after 3 months of follow-up and could bear full body weight afterwards. Three patients with preoperatively existing vascular disease or chronic osteomyelitis showed a deep wound infection postoperatively, which led to the explantation of the implant. Conclusions: The “reversed” locked internal fixator could be a successful alternative implant for stabilisation of proximal femur fractures which could not be fixated by standard implants due to poor bone quality and circulation. It can also be used as a salvage procedure after internal failed fixation in proximal femur fractures.

Literatur

Dr. M. D. Alexander Thomas Mehlhorn

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