Pneumologie 2009; 63(10): 578-581
DOI: 10.1055/s-0029-1214904
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rauchersprechstunde als Intervention zur Tabakentwöhnung bei stationären Patienten – Ergebnisse einer Pilotstudie

Smoking-Cessation-Counselling as a Smoking Cessation Interventional Tool for Hospitalized Patients – Results of a Pilot StudyD.  Bösch1
  • 1Zentrum für Pneumologie (Prof. Dr. med. T. Schaberg), Diakoniekrankenhaus Rotenburg (Wümme)
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Publication History

eingereicht 1. 6. 2009

akzeptiert nach Revision 17. 6. 2009

Publication Date:
09 October 2009 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund und Fragestellung: Der Anteil der rauchenden Bevölkerung ist hoch. Hiermit einhergehend findet sich ein hoher Anteil tabakrauchassoziierter Morbidität und Mortalität. Eine stationäre Klinikbehandlung ist prinzipiell eine günstige Situation, eine Tabakentwöhnung einzuleiten. Ziel dieser Arbeit war es, die Effektivität einer Raucherberatung, die im Rahmen eines stationären Aufenthaltes durchgeführt wurde, zu evaluieren.

Methodik: Evaluiert wurden 25 konsekutive Patienten, die das Angebot einer Raucherberatung im Rahmen ihres stationären Aufenthaltes in einer Lungenklinik annahmen. Verschiedene Daten zum Rauchverhalten und zur Morbidität wurden im Rahmen der qualifizierten Beratung erfasst. Den Patienten mit einem FNDT ≥ 3 wurde eine pharmakologische Unterstützung angeboten. Das Rauchverhalten wurde erneut 6 Monate nach Entlassung über ein Telefoninterview erfasst und teilweise über Carboxy-Hämoglobin-Messungen validiert.

Ergebnisse: In den Tagen nach Beratung hatten 20 der 25 Patienten bzw. 80 % das Rauchen aufgegeben. Nach 6 Monaten waren insgesamt noch 11 Patienten abstinent, entsprechend einer Langzeiterfolgsrate von 44 %. Bei den Patienten mit medikamentöser Unterstützung lag der Anteil der Langzeitabstinenten um 55 % höher als bei denen ohne medikamentöse Unterstützung.

Schlussfolgerung: Neben der Praktikabilität konnte die Effektivität einer qualifizierten Raucherberatung, begleitend zur Behandlung stationärer Patienten gezeigt werden. Die Ergebnisse ermutigen zur weiteren Verbreitung und Anwendung dieser Interventionsmethode in unserem Gesundheitssystem.

Abstract

Background and objective: In perspective of a high prevalence of smokers in our population, we find a high proportion of smoking-related morbidity and mortality. Hospitalisation is basically a favourable situation to start smoking cessation. Aim of the study was to show the effectivity of smoking-cessation-counselling as a smoking cessation interventional tool for hospitalized patients.

Methods: We evaluated 25 consecutive patients, who had accepted an offer for smoking cessation counselling, while being hospitalized in a center of pulmonology. Data concerning smoking habits and morbidity had been collected in the course of a qualified smoking-cessation-counselling. Patients with a FNDT ≥ 3 had been offered pharmacological support. The smoking behaviour had been re-collected 6 month after discharge via telephoninterview. Partly there was the opportunity to validate the information via measurement of carboxyhemoglobin.

Results: Following the smoking-cessation-counselling 20 out of 25 patients (80 %) had quit smoking. After 6 month 11 patients still had been abstinent, in accordance with a long-term-success-rate of 44 %. Patients who accepted a pharmacological support had a 55 % higher long-term-abstinence-rate.

Conclusion: Qualified smoking-cessation-counselling concomitantly to hospital treatment is feasible and effective. The results encourage distributing and administering this interventional tool in our health system.

Literatur

Dr. med. Dennis Bösch

Zentrum für Pneumologie
Diakoniekrankenhaus Rotenburg

Verdener Straße 200
27357 Rotenburg (Wümme)

Email: Boesch@ATEM-Online.de