Inf Orthod Kieferorthop 2009; 41(2): 81
DOI: 10.1055/s-0029-1224519
Editorial

© Georg Thieme Verlag Stuttgart ˙ New York

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N. Schepp
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Publication Date:
23 June 2009 (online)

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

das Schwerpunktthema der aktuellen Ausgabe der Informationen aus Orthodontie und Kiefer­orthopädie ist die skelettale Verankerung. Sogenannte „temporary anchorage devices“ (TADs) wie Minischrauben, Knochenanker bzw. modi­fizierte Osteosyntheseplatten erfreuen sich zunehmender Beliebtheit bei Kieferorthopäden und steigender Akzeptanz bei Patienten.

Der erste Artikel dieses Heftes beschreibt ausführlich die Unterschiede zwischen kieferorthopädischen Behandlungen vor und nach Einführung dieser „temporären Verankerungsgeräte“. B. Melsen zeigt, dass eine skelettale Verankerung keineswegs nur eine Alternative zu konventionellen Verankerungsverfahren darstellt, sondern vielmehr eine Möglichkeit ist, das Spektrum der kieferorthopädischen Behandlungsverfahren zu erweitern.

Aber wie beurteilt der Patient dieses für ihn noch sehr neue und wenig bekannte kieferorthopädische Behandlungswerkzeug? In einer prospektiven Studie von M. A. Cornelis wurden sowohl Behandler als auch Patienten zu ihren Erfah­rungen mit Knochenankern befragt. Das eindeutig positive Ergebnis können Sie in dem Artikel „Mini­platten zur temporären skelettalen Verankerung aus Sicht der Patienten und Kieferortho­päden“ nachlesen.

Im nachfolgenden Artikel stellt H. DeClerck ein schlüssiges Konzept zur Distalisation des Ober­kieferzahnbogens mithilfe von Bollard-Knochenankern vor. Er beschreibt detailliert das klinische Vorgehen. So erhält der Leser eine genaue Arbeits­anleitung für die eigene klinische Umsetzung. ­Aktuelle Modifikationen der beschriebenen Vorgehensweise erfährt man auf der Webseite http://www.hugodeclerck.net/info%20orthodontist.html und wichtige Informationen zur Platzierung der modifizierten Osteosyntheseplatten erhält der Kieferchirurg auf der Webseite http://www.hugodeclerck.net/info%20surgeon.html.

B. Ludwig trägt zwei Artikel zum Schwerpunktthema des Heftes bei: Zunächst thematisiert er den einseitigen Lückenschluss im Prämolaren- bzw. Molarenbereich und anschließend stellt er das sogenannte „skelettale K-Pendulum“ vor, eine skelettal abgestützte modifizierte Pendu­lum­apparatur zur Distalisation der Molaren.

Die Intrusion der unteren Schneidezähne mittels skelettaler Verankerung ist das Thema eines Fallberichts des Heftherausgebers, und der Artikel von R. Meyer beschreibt wie man als Alternative zu Headgear und Minischrauben mit der Tip-Edge-Technik verankerungsschonend Zahnbewegungen durchführen kann.

Die Redaktion wünscht Ihnen viele neue Erkenntnisse und Denkanstöße bei der Lektüre des vorliegenden Heftes.

Niko Schepp