Radiologie up2date 2010; 10(1): 75-88
DOI: 10.1055/s-0029-1243823
Urogenitale Radiologie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Diagnostik und Staging von malignen Hodentumoren

Diagnosis and staging of testicular cancerM.  Eiers, K.  Bender, P.  J.  Hallscheidt
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
04. März 2010 (online)

Zusammenfassung

Maligne Hodentumoren gehören mit einem Anteil von 2 % an allen malignen Tumorerkrankungen zu den eher selteneren Krebsarten. Das Primärstaging umfasst die Palpation, Sonografie und Tumormarkerbestimmung. Danach wird die radikale Orchiektomie als operative Primärtherapie durchgeführt. Erst im zweiten Schritt erfolgt das initiale Staging mit erneuter Bestimmung der Tumormarker, Röntgenthorax ggf. CT des Thorax, CT des Abdomens/Beckens, MRT des Abdomens, bei fortgeschrittenen Stadien auch MRT des Schädels. Die Nachsorge nach kurativer Therapie richtet sich nach histologischem Typ (Seminom – Nichtseminom) und Tumorstadium.

Abstract

With an incidence of just 2 % of all maligne tumour diseases testicular cancer is a relative rare tumour disease. In comparison to other tumours, orchiectomy is performed as a first step therapy straight after primary staging which is performed by palpation, ultrasonography and evaluation of the tumour markers. In a second diagnostic step initial staging will be done by re-evaluation of the tumour markers, X-ray of the thorax in some cases also by CT, CT of the abdomen/pelvis or MRI of the abdomen, in progressive disease additional MRI of the head. Follow-up after curative therapy will be performed according to the histological type (seminoma – non-seminoma) and tumour staging.

Kernaussagen

  • Mit einem Anteil von 2 % gehören maligne Hodentumoren zu den seltenen Tumorerkrankungen.

  • Zum Primärstaging gehören Palpation und Sonografie der Hoden und Bestimmung der Tumormarker.

  • Die Orchiektomie und Histopathologie erfolgen vor dem weiteren Staging.

  • Obligater Bestandteil des initialen Stagings sind CT des Abdomens inkl. Becken und ein CT des Thorax oder ggf. Röntgenthorax. Die MRT des Abdomens liefert ähnliche Ergebnisse und ersetzt in der klinischen Routine immer mehr die CT des Abdomens.

  • Nach kurativer Therapie unterscheidet das Follow-up zwischen Seminom und Nichtseminom sowie nach Tumorstadium.

Literatur

Dr. med. Michael Eiers

Universitätsklinikum Heidelberg
Abteilung Diagnostische und Interventionelle Radiologie

Im Neuenheimer Feld 410
69120 Heidelberg

Telefon: 06221 56-36419

eMail: michael.eiers@med.uni-heidelberg.de

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