Gastroenterologie up2date 2010; 6(1): 31-40
DOI: 10.1055/s-0029-1244072
Darm/Anorektum

© Georg Thieme Verlag Stuttgart · New York

Viruserkrankungen im Magen-Darm-Trakt – Update

Christoph  Beglinger
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Publication Date:
22 March 2010 (online)

Kernaussagen

Erreger und ihre Übertragung

  • Fünf verschiedene Familien von viralen Erregern verursachen Krankheiten im Magen-Darm-Trakt: Rotaviren, Noro- und noroähnliche Viren, Adenoviren, Caliciviren und Astroviren.

  • Die Übertragung erfolgt in der Regel durch kontaminierte Nahrungsmittel, seltener von Mensch zu Mensch. Speziell Personen in Heimen oder Kindergärten sind betroffen.

  • Risikofaktoren sind Alter (alte Personen und Kleinkinder verstärkt betroffen), Veränderungen des immunologischen Status (z. B. HIV-Infektion, Chemotherapie), Proteinmangelernährung und mangelnde Hygiene.

  • Protektive Faktoren sind Magensäure, die physiologische Dünndarmbarriere, sekretorische IgA und IgM.

Klinik und Diagnostik

  • Die Krankheit dauert meist wenige Tage. Hauptsymptome sind Nausea und wässriger Durchfall, allgemeines Krankheitsgefühl, Erbrechen, Abdominalkrämpfe.

  • Eine Labordiagnostik ist in der Regel wenig ergiebig.

  • Differenzialdiagnostisch kommen als andere Ursachen akuter, wässriger Diarrhö Medikamente und Toxine, Bakterien (Salmonellen, Shigellen, E. coli, Yersinien, Campylobacter, Vibrio cholerae, Clostridium difficile) und Protozoen (Lamblien, Entamoeba hstolytica) sowie Intoxikationen (durch Bakterien wie Staphylococcus aureus) in Betracht.

Therapie

  • Die Therapie ist supportiv, Flüssigkeits- und Elektrolytersatz sowie eine adäquate Kalorienzufuhr stehen im Mittelpunkt. Eine spezifische Behandlung ist nicht notwendig.

Literatur

Prof. Dr. Christoph Beglinger

Abteilung für Gastroenterologie
Universitätsspital Basel

Petersgraben 4
CH-4031 Basel

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