Sportverletz Sportschaden 2011; 25(1): 44-49
DOI: 10.1055/s-0029-1245826
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Nutzen von kardiologischen Vorsorgeuntersuchungen beim Leistungssport

Benefit of Cardiac Examination in Competitive SportsE. Skobel1 , R. Koos2 , C. Lörcks3 , A. Bell3
  • 1Rehaklinik Rosenquelle, Kardiologie und Pneumologie, Aachen
  • 2Medizinische Klinik I, Universitätsklinikum der RWTH Aachen
  • 3Marienhospital Aachen, Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädische Chirurgie und Sporttraumatologie, Fachbereich Sportmedizin, Aachen
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Publication Date:
11 March 2011 (online)

Zusammenfassung

Plötzliche Todesfälle beim Leistungssport sind hochdramatisch. Sie gehen überwiegend auf unerkannte Herzprobleme zurück. In der Altersgruppe < 35 Jahre stehen neben angeborenen Herzfehlern wie Fehlabgänge der Koronargefäße oder exzentrische Muskelverdickungen (hypertrophe Kardiomyopathie) auch Herzrhythmusstörungen wie WPW-Syndrom oder erworbene Muskelschädigungen im Rahmen einer Herzmuskelentzündung (Myokarditis) im Vordergrund. Diese sind zwar selten, jedoch sollte jeder Sportler vor Aufnahme von Leistungssport sich einem EKG unterziehen und bei Auffälligkeiten oder in der Familie bekannten plötzlichen Todesfällen oder Bewusstlosigkeiten eine weitere Abklärung beim Kardiologen durchführen lassen. Ab dem 35. Lebensjahr ist die häufigste Ursache die koronare Herzerkrankung, weshalb neben einem Ruhe-EKG ein Belastungs-EKG durchgeführt werden sollte. 1982 wurde in Italien ein nationales Programm zum Ausschluss von Herzerkrankungen bei Leistungssportlern eingeführt. Damit konnte eine deutliche Abnahme (> 90 %) von Todesfällen bei jungen Wettkampfsportlern erreicht werden. Dieser Artikel beleuchtet die häufigsten Ursachen sowie Algorithmen zu Diagnostik im Rahmen des Screenings.

Abstract

The sudden and unexpected death in young athletes is always a tragic event. At the age < 35 years distinct structural cardiac disorders such as hypertrophic cardiomyopathy, inflammatory disorders, coronary artery anomalies, as well as condtions without structural cardiac abnormalities such as primary electrical diseases (Brugada’s syndrome, long QT, short QT syndrome and catcholaminergic polymorphic ventricular tachycardia) are important causes of sudden death. At the age > 35 years coronary artery disease is the most common cause of cardiac death in athletes. In this review we give an overview about actual evaluation of competitive athletes and prevention of sudden cardiac death.

Literatur

Dr. Erik Skobel

Leitender Oberarzt, Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie und Pneumologie, kardiologische Präventivmedizin DGPR, Rehaklinik Rosenquelle

Kurbrunnenstr. 5

52066 Aachen

Email: erik.skobel@rosenquelle.de

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