TumorDiagnostik & Therapie 2011; 32(1): 33-37
DOI: 10.1055/s-0029-1245941
Kasuistik

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Solitärer Lungenrundherd – weitere Abklärung erforderlich?

Solitary Lung Nodule – Further Diagnostics required?P. Schütt1 , J. Stattaus2 , M. Schuler1 3
  • 1Innere Klinik (Tumorforschung), Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen
  • 2Institut für Diagnostische und Interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen
  • 3Abteilung Thorakale Onkologie, Ruhrlandklinik – Westdeutsches Lungenzentrum, Essen
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Publication Date:
01 February 2011 (online)

Zusammenfassung

Als solitärer Lungenrundherd wird eine rundliche, solide, pulmonale Läsion von maximal 3 cm Durchmesser bezeichnet, die relativ gut begrenzt ist, vollständig von belüftetem Lungengewebe umgeben und ohne assoziierte Atelektase, postobstruktive Pneumonie oder Pleuraerguss charakterisiert ist. Solitäre pulmonale Rundherde werden häufig auf Röntgen- und CT-Untersuchungen des Thorax, die aufgrund einer anderen Indikation durchgeführt wurden, nachgewiesen. Klinisch bedeutsam ist die Unterscheidung zwischen malignen und benignen Herden. Hierfür kann eine optimal durchgeführte CT-Untersuchung bereits wichtige radiomorphologische Unterscheidungskriterien liefern. Des Weiteren werden für diese Unterscheidung die Anamnese, der klinische Kontext, der durch Voraufnahmen dokumentierte Verlauf, das Rauchverhalten, das Patientenalter und die Lokalisation des Herdes berücksichtigt. Das weitere Vorgehen richtet sich danach, ob die wahrscheinliche Dignität des Rundherds als gutartig, bösartig oder intermediär eingestuft wird. Ein Kriterium für gutartige Rundherde ist vor allem die Größenkonstanz über einen Zeitraum von 2 Jahren. Diese Herde bedürfen keiner weiteren Diagnostik. Als wahrscheinlich bösartig wird ein Herd angesehen, der eine Größenprogredienz aufweist oder einen Durchmesser von mehr als 3 cm hat. Diese Herde sollen nach Möglichkeit operativ entfernt werden. Rundherde, die keiner der beiden vorgenannten Gruppen zugeordnet werden können, bedürfen der weiteren diagnostischen Abklärung. Hier stehen die zytologische bzw. histologische Diagnostik, Verlaufskontrollen mit CT und die PET/CT-Untersuchung zur Verfügung. Die nachfolgende Übersichtsarbeit diskutiert die Optionen bezüglich des weiteren Vorgehens bei solitären Lungenrundherden.

Abstract

A pulmonary nodule is defined as a round opacity, at least moderately well marginated, which has a longest diameter of 3 cm or less, surrounded by ventilated lung parenchyma, and not associated with pulmonary obstruction or pleural effusion. Solitary pulmonary nodules are frequently detected on radiograms or computed tomograms (CT) of the chest conducted for other medical reasons. The differentiation between benign and malignant lesions is of clinical significance. The chest CT can provide radiomorphological features in relation to the likelihood of malignancy. Additional criteria, which have to be taken into account, include medical history, clinical context, comparison with previous scans, smoking history, patient’s age, and the anatomical localisation of the nodule. The workup algorithm for solitary pulmonary nodules is based on whether the dignity of these nodules is considered to be malignant, benign, or intermediate. A pulmonary nodule is considered benign when no progression is observed within 2 years. For these nodules no further evaluation is required. Criteria of malignancy comprise progression in size or a nodule diameter of more than 3 cm. For such lesions resection and histological evaluation is mandatory. For pulmonary nodules, which can not be allocated to either of these groups, further diagnostic workup such as biopsy with histological evaluation, follow-up CT-scans and/or PET/CT is indicated.

Literatur

Priv.-Doz. Dr. med. Philipp Schütt

Innere Klinik (Tumorforschung), Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen

Hufelandstraße 55

45122 Essen

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Fax: ++ 49/2 01/7 23 59 24

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