Radiologie up2date 2010; 10(3): 195-205
DOI: 10.1055/s-0030-1255574
Brustbildgebung/Mammografie

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Digitale Tomosynthese der Brust

Digital breast tomosynthesisR.  Schulz-Wendtland, K.-P.  Hermann, M.  Uder
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
03. September 2010 (online)

Zusammenfassung

Die digitale Mammografie ist das wichtigste Verfahren zur Frühdiagnose des Mammakarzinoms. Die für ein Projektionsverfahren typische Überlagerung von Gewebestrukturen mindert jedoch häufig Spezifität und Sensitivität der mammografischen Untersuchung. Die digitale Tomosynthese der Brust liefert auf der Basis einer begrenzten Anzahl von Einzelaufnahmen mit unterschiedlichem Projektionswinkel überlagerungsfreie Schichtaufnahmen und kann so die unerwünschte Maskierung durch überlagerte Strukturen beseitigen. Klinische Studien müssen jedoch erst zeigen, ob die digitale Tomosynthese tatsächlich das Potenzial besitzt, die Wiedereinbestellrate zu reduzieren und gleichzeitig die Karzinomentdeckung insbesondere bei Frauen mit dichten Brüsten zu steigern.

Abstract

Digital mammography is the most important method for early diagnosis of breast cancer. The typical overlapping of normal and pathological tissue during the standard 2D projection, however, often reduces the specificity and sensitivity of the mammographic investigation. Digital breast tomosynthesis provides on the basis of a limited number of single images with different projection angles not superimposed tomograms and may remove the unwanted masking by superimposed structures. Clinical studies must show whether the digital tomosynthesis has the real potential to reduce the recall rate and simultaneously increase the cancer detection rate, especially in women with dense breasts.

Kernaussagen

  • Das wichtigste bildgebende Verfahren zur Frühdiagnostik des Mammakarzinoms ist nach wie vor die Röntgenmammografie. Sie ist das einzige Verfahren, für das nachgewiesen wurde, dass sein Einsatz im qualitätsgesicherten Screening die Brustkrebsmortalität senken kann.

  • Die digitale Tomosynthese der Brust (DBT) liefert auf der Basis einer begrenzten Anzahl von Einzelaufnahmen mit unterschiedlichem Projektionswinkel überlagerungsfreie Schichtaufnahmen und kann so die unerwünschte Maskierung durch überlagerte Strukturen beseitigen.

  • Für die Umsetzung der Tomosynthese ist insbesondere erforderlich, dass der Detektor eine hohe detektive Quantenausbeute aufweist, um Einzelaufnahmen mit geringer Dosis zu ermöglichen, und dass seine Auslesetechnik eine schnelle Bildfolge zulässt. Viele Parameter mit Einfluss auf die Bildqualität der DBT sind noch in der Diskussion, es hat sich noch kein Standard herausgebildet.

  • Ob die DBT als Alternative zur digitalen Mammografie gesehen werden kann oder nur ein additives Untersuchungsverfahren im Rahmen der Abklärungsdiagnostik darstellt, ist noch nicht entschieden. Kriterien zur Beurteilung dieser Frage sind u. a. Sensitivität und Spezifität, Kosten, Strahlenexposition, Flexibilität der Einsatzmöglichkeiten und Einfluss auf den klinischen Arbeitsablauf.

Literatur

Prof. Dr. Rüdiger Schulz-Wendtland

Universitätsklinikum Erlangen
Radiologisches Institut
Gynäkologische Radiologie

Universitätsstraße 21 – 23
91054 Erlangen

Telefon: 09131 85-33460

Fax: 09131 85-32081

eMail: ruediger.schulz-wendtland@uk-erlangen.de

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