Gastroenterologie up2date 2010; 6(4): 265-278
DOI: 10.1055/s-0030-1255863
Ösophagus/Magen/Duodenum

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Untere gastrointestinale Blutung

Jörg  G.  Albert, Christoph  Sarrazin, Stefan  Zeuzem
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Publication Date:
16 December 2010 (online)

Kernaussagen

Definition, Klinik und Ursachen

  • Bei einer Blutung distal des Treitz-Bandes kann eine mittlere intestinale Blutung mit einer Blutungsquelle im Dünndarm (zwischen Treitz-Band und Bauhin-Klappe) von einer unteren intestinalen Blutung im engeren Sinn (Kolon) aus klinischer Sicht mit entsprechender epidemiologischer, diagnostischer und therapeutischer Relevanz abgegrenzt werden.

  • Die mittlere und untere gastrointestinale Blutung manifestiert sich als positiver okkulter Stuhlbluttest, als unerklärte Eisenmangelanämie, sichtbarer Teerstuhl, ein intermittierendes „Blutschmieren” beim Stuhlgang oder als aktive Hämatochezie.

  • Häufige Blutungsquellen im Kolon sind Divertikel, Angiektasien, Neoplasien und entzündliche Darmerkrankungen unterschiedlicher Genese. Im Dünndarm werden Angiektasien, Ulzera bzw. Erosionen bei NSAR-Gebrauch oder ein Morbus Crohn, Tumoren, Metastasen und Divertikel gefunden.

Diagnostik und Therapie

  • Die Diagnostik ist eine Domäne der Koloskopie und der neuen Enteroskopieverfahren (Kapselendoskopie, Ballonenteroskopie).

  • Selten sind szintigrafische Verfahren und die Röntgenkontrastdarstellung des Dünndarms hilfreich. Für ausgewählte Patienten im spezialisierten Zentrum stehen die Angiografie und die intraoperative Enteroskopie zur Verfügung. In einigen Fällen kann die hochauflösende CT, ggf. mit Angiografie, weiterhelfen.

  • Die Therapie richtet sich nach dem Befund und ist ebenfalls eine Domäne der Endoskopie, umfasst aber auch radiologische und operative Verfahren.

Literatur

PD Dr. med. Jörg Albert

Medizinische Klinik 1
Klinikum der J. W. Goethe-Universität

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