Klinikarzt 2010; 39(11): 527
DOI: 10.1055/s-0030-1269786
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Eine interdisziplinäre Aufgabe – Die Leber in der Intensivmedizin

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Publication Date:
30 November 2010 (online)

 

Eine Einschränkung der Leberfunktion bedeutet eine verminderte Entgiftungsleistung und Infektabwehr, was gerade für kritisch kranke Patienten lebensbedrohlich ist. In der Intensivmedizin ist daher eine sichere Einschätzung der Leberinsuffizienz und deren klinische Präsentation sowie rasches adäquates Handeln eine große Herausforderung. "Schätzungsweise 80 % aller Intensivpatienten haben erhöhte Leberwerte", so Prof. Ali Canbay, Essen. Als Mitherausgeber des gerade erschienenen Buches "Die Leber in der Intensivmedizin" [1] stellte der Mediziner im Rahmen eines Pressegesprächs einen praxisorientierten Leitfaden vor.

Die Autoren des Buches erläutern u. a. Laborparameter, die zur Einschätzung der Leberleistung herangezogen werden können. Weitere Kapitel setzen sich strukturiert mit leberassoziierten Problemen auseinander, die in den verschiedenen medizinischen Disziplinen auftreten können. Wie Canbay anmerkte, ersetzt das kitteltaschentaugliche Format des Buchs dabei kein Lehrbuch, soll aber eine schnelle Orientierungshilfe geben, "wenn eine Situation X eintritt und eine Maßnahme Y erforderlich ist."

Bei jeglicher Therapieeinleitung muss bei Intensivpatienten an deren meist eingeschränkte Leberfunktion gedacht werden, zumal diese Patienten oft zahlreiche Medikamente benötigen. "Wir müssen leider feststellen, dass die Leber oft eine stiefmütterliche Behandlung erfährt, obwohl sie mit ihren multiplen und komplexen Funktionen sozusagen das Herz aller Organsysteme darstellt", sagte Canbay.

Literatur

  • 01 Canbay A , Gerken G . (Hrsg.). Die Leber in der Intensivmedizin. Linkenheim-Hochstetten: Aesopus, 2010