Pneumologie 2011; 65 - V433
DOI: 10.1055/s-0031-1271990

Thoraxfenster bei chronischem Pleuraempyem: modernes update eines alten Vorgehens

W Schreiner 1, O Oster 1, H Sirbu 1
  • 1Thoraxchirurgische Abteilung Universitätsklinikum

Einführung:

Das chronische Pleuraempyem bleibt eine therapeutische Herausforderung. Das steigende Durchschnittsalter mit erheblicher Co-Morbidität, zunehmende Anwendung von multimodalen Therapiekonzepten und Antibiotika-Resistenz sind die entscheidenden prädisponierenden Risikofaktoren. Bei Patienten im reduzierten Allgemeinzustand bleibt oft die Thoraxfenster-Anlage zur Dauerdrainage als einzige Option.

Patienten und Methode:

Im Zeitraum 2007–2010 wurde bei 25 Patienten eine Thoraxfenster-Anlage zur offenen Drainage bei chronischem Pleuraempyem durchgeführt. Die Anlage des Thoraxfensters wurde in allen Fällen durch die partielle Resektion von zwei Rippen erzielt.

Ergebnisse:

Der mittlere Patientenalter war 67±15 Jahre. In 5 Fällen lag ein Postpneumektomie-, in einem- Postlobektomie-Empyem, in 3 Post-Tbc-Syndrom, in 16 parapneumonisches Empyem vor. Nach der Anlage eines Thoraxfensters wurden trockene Verbände für 48h durchgeführt. Danach erfolgte die Umstellung auf die ambulante VAC-Therapie. 3 Patienten verstarben an therapieresistenter Sepsis. 1 Patient verstarb an sekundär aufgetretener maligner Erkrankung. In 20 Fällen wurde nach 3,7±0,9 Monaten der operative Verschluss erzielt. Die Obliteration wurde durch Thorakoplastik in der Kombination mit Muskeltransfer erzielt. Bei einem Patienten konnte der spontane Verschluss unter VAC-Therapie erreicht werden. Die Verlaufskontrollen wurden über Zeitraum von 18±12 Monaten durchgeführt.

Zusammenfassung:

Die Thoraxfenster-Anlage stellt eine alte operative Technik zur Sanierung des chronischen Pleuraempyems bei Patienten im reduzierten Allgemeinzustand oder bei Inoperabilität dar. Die offene Drainage in der Kombination mit VAC-Therapie steigert die Akzeptanz bei den Patienten, verbessert deren Versorgung und verkürzt die Dauer der Therapie. Die Langzeitergebnisse nach dem operativen Verschluss konnten nur eine geringe funktionelle Einschränkung bei deutlich verbessertem Allgemeinzustand nachweisen.