Dtsch Med Wochenschr 2011; 136(8): 357-358
DOI: 10.1055/s-0031-1272535
Editorial
Medizinisches Publizieren
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Leitlinien für Forschungsberichte: Deutschsprachige Übersetzungen von CONSORT 2010, PRISMA und STARD

Reporting standards: German translation of CONSORT 2010, PRISMA and STARDA. Ziegler1 , I. R. König1
  • 1Institut für Medizinische Biometrie und Statistik, Universität zu Lübeck
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Publication History

Publication Date:
17 February 2011 (online)

Vollständig, klar und transparent muss der Bericht über die Ergebnisse einer Studie sein, damit diese Studie vom Leser genau beurteilt werden kann [6]. Die Elemente, die für die Beurteilung der Qualität und der Resultate zentral sind, werden in Leitlinien für Forschungsberichte zusammengefasst. Die Deutsche Medizinische Wochenschrift hat jetzt die Übersetzung der drei wichtigsten dieser Leilinien frei zugänglich online publiziert, nämlich

das CONSORT 2010 Statement 13: Consolidated S tatement of Reporting Trials (konsolidierte Leitlinie zum Berichten randomisierter Studien im Parallelgruppendesign), das PRISMA Statement 8: Preferred Reporting I tems for Systematic reviews and Meta-Analyses (Bevorzugte Report Items für systematische Übersichten und Meta-Analysen) und das STARD Statement 3: Standards for Reporting of Diagnostic Accuracy (Standards zum Berichten der diagnostischen Genauigkeit).

Das CONSORT Statement kann als „Ur-Leitlinie” für Forschungsberichte angesehen werden. Entwickelt Anfang der 1990er Jahre wurde fünf Jahre später eine erste Weiterentwicklung publiziert, die auch in deutscher Sprache vorliegt [1] [10]. Vor kurzem wurde eine weitere Aktualisierung parallel in mehreren englischsprachigen Fachzeitschriften veröffentlicht [12]. CONSORT 2010 besteht aus einer 25-Punkte-Checkliste sowie einem Flussdiagramm und ist eine Leitlinie für Berichte randomisierter Studien jeglicher Art. Allerdings wird darin auf das häufigste Studiendesign, individuell randomisierte Parallelgruppenvergleiche mit zwei Parallelgruppen fokussiert. Andere Studientypen wie Cluster-randomisierte Studien erfordern ein unterschiedliches Maß zusätzlicher Informationen. Diese sind in entsprechenden Erweiterungen verfügbar, welche von www.consort-statement.org heruntergeladen werden können. Diese Erweiterungen stehen allerdings nicht in deutscher Sprache zur Verfügung. Als Online-Material steht zur Illustration die Anwendung der neuen 25-Punkte-Checkliste des CONSORT 2010 Statements sowie der Erweiterung des CONSORT Statements auf Zusammenfassungen in Zeitschriftenartikeln und Tagungsbänden auf die Publikation von Richter et al. zur Verfügung [4] [5] [11] .

Für systematische Reviews und Meta-Analysen liegt mit dem PRISMA Statement [9] die Weiterentwicklung des QUORUM Statements („QUality Of Reporting Of Meta-analyses, Qualität des Reports von Meta-Analysen”) [7] vor, in dem eine Reihe konzeptueller und praktischer Fortschritte bei systematischen Übersichten adressiert werden. Der Schwerpunkt wurde bei PRISMA auf randomisierte Studien gelegt. Doch kann das PRISMA-Statement auch als Grundlage für das Berichten von systematischen Übersichten anderer Studien, insbesondere von Interventionsstudien verwendet werden.

Schließlich steht mit dem STARD Statement eine Leitlinie zur Verfügung, die eine Hilfestellung beim Berichten und Beurteilen von Diagnosestudien in Form einer 24-Punkte-Checkliste und eines Flussdiagramms gibt [2].

Die Leitlinien erfüllen zwei Aufgaben: Zum einen helfen sie Autoren von Fachartikeln, vollständige und transparente Berichte zu erstellen. Zum anderen können Leser Leitlinien-Elemente zur Einschätzung der Qualität einer publizierten Studie verwenden. Leser können sich bei der kritischen Evaluation von Fachartikeln an diesen Leitlinien orientieren, um die Qualität und Übertragbarkeit einer Studie einzuschätzen. Allerdings muss bei der kritischen Beurteilung eines Artikels stets der Unterschied zwischen der Qualität des Berichtens und der Qualität der eigentlichen Studie beachtet werden [6].

Danksagung: Diese Arbeit entstand während des Forschungsfreisemesters von AZ an dem Institut Montefiore der Universität Lüttich (Belgien). AZ dankt den Kollegen am Institut Montefiore sehr herzlich für die Möglichkeit, dort zu arbeiten. Die Arbeit entstand während der Vorbereitung der Autoren auf den Kursteil Evidenzbasierte Medizin im Rahmen des Kurses Ärztliches Qualitätsmanagement an der Akademie für Fortbildung und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen (Sigrid Blehle, Dr. Roland Kaiser).

Autorenerklärung: Die Autoren erhalten ein Honorar von der Akademie für Fortbildung und Weiterbildung der Landesärztekammer Hessen für das Erstellen von Unterlagen für den Kursteil Evidenzbasierte Medizin im Rahmen des Kurses Ärztliches Qualitätsmanagement.

Literatur

Univ.-Prof. Dr. rer. nat. Andreas Ziegler

Institut für Medizinische Biometrie und Statistik
Universität zu Lübeck
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Campus Lübeck

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