Sportverletz Sportschaden 2011; 25(3): 153-158
DOI: 10.1055/s-0031-1273299
Originalarbeit

© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Beschwerden des Bewegungsapparats bei deutschen Hochleistungsruderern

Injuries of the Musculoskeletal System in German Elite RowersM. Winzen1 , 2 , H.-F. Voigt2 , T. Hinrichs1 , P. Platen1
  • 1Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung, Fakultät für Sportwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
  • 2Arbeitsbereich Sportarten, Fakultät für Sportwissenschaft, Ruhr-Universität Bochum
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Publication History

Publication Date:
15 September 2011 (online)

Zusammenfassung

Hintergrund: Leistungsruderer auf nationalem und internationalem Niveau sind erheblichen Belastungen des Bewegungsapparats ausgesetzt. Diese Studie soll einen Überblick über die Trainingsbelastung und die Beschwerden des Bewegungsapparats deutscher Leistungsruderer im olympischen Jahr geben. Methodik: 29 weibliche (Alter 22,2 ± 3,1 Jahre) und 38 männliche Ruderer (22,3 ± 3,1 Jahre) der deutschen Nationalmannschaft wurden zu Trainingsinhalten und Trainingsumfängen sowie Beschwerden des Bewegungsapparats (aktuell und der vergangenen 12 Monate) befragt. Zudem sollten die Athleten den vermuteten Grund für die Beschwerden angeben. Ergebnisse: Die Ruderer absolvierten durchschnittlich 22,8 ± 5,3 Stunden in 16,0 ± 4,6 Trainingseinheiten in der Woche. Die häufigsten Beschwerden innerhalb der letzten 12 Monate lagen im Bereich der Lendenwirbelsäule bzw. des Gesäßes (50,0 % der Befragten). Darauf folgten Schulter (33,9 %), Unterarm/Hand (32,2 %), Halswirbelsäule (31,6 %) und Brustwirbelsäule/Brustkorb (28,1 %). „Überlastung” wurde in allen Körperregionen als meist vermuteter Grund für die Beschwerden angegeben. Schlussfolgerung: Die vorliegende Studie belegt eine hohe Prävalenz von Überlastungsbeschwerden des Bewegungsapparats bei deutschen Leistungsruderern und unterstützt somit Forderungen nach geeigneten Präventionsmaßnahmen.

Abstract

Background: Elite rowers on national and international level are exposed to considerable impact on the musculoskeletal system. The aim of this study was to give an overview of the training load and the injuries of the musculoskeletal system in German elite rowers during the Olympic year. Methods: A sample of 29 female rowers aged 22.2 ± 3.1 years and 38 male rowers aged 22.3 ± 3.1 years of German national team has been interviewed about training contents and training volume as well as about musculoskeletal injuries (current and over the past 12 months). Furthermore the athletes were asked to declare the supposed reason for the injuries. Results: Rowers trained on average 22.8 ± 5.3 hours in 16.0 ± 4.6 training sessions per week. The most frequently reported injuries during the 12-month period were at the lumbar spine/buttock (50.0 % of interviewees), followed by the shoulder girdle (33.9 %), the forearm/hand (32.2 %), the cervical spine (31.6 %) and the thoracic spine (28.1 %). The most frequently reported reason for injuries was ”overuse” in all regions. Conclusions: This study confirms a high prevalence of musculoskeletal injuries in German elite rowers and supports the demand for adequate preventive measures.

Literatur

1 Zur verbesserten Lesbarkeit werden Personenbeschreibungen wie „Ruderer”, „Athleten” etc. hier und im Folgenden lediglich im Maskulinum aufgeführt. Dabei sind stets beide Geschlechter gleichermaßen angesprochen. Zur Unterscheidung zwischen den Geschlechtern werden die Begriffe „weiblich” bzw. „männlich” vorangestellt (z. B. „weibliche Ruderer”).

Miriam Winzen

B. Sc. (Sports)
Lehrstuhl für Sportmedizin und Sporternährung
Fakultät für Sportwissenschaft
Ruhr-Universität Bochum

Overbergstr. 19

44801 Bochum

Email: miriam.winzen@rub.de

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