Inf Orthod Kieferorthop 2011; 43(02): 81
DOI: 10.1055/s-0031-1279776
Editorial
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

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R. Männchen1
  • 1Privatpraxis in Winterthur, Schweiz
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Publication Date:
06 July 2011 (online)

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Sehr geehrte Leserinnen und Leser!

Zu Beginn der 70er-Jahre wurde das direkte Bonding von Attachments in die Kieferorthopädie eingeführt. Einige Kollegen standen dieser Entwicklung sehr kritisch gegenüber, während andere die Kieferorthopädie auf der Schwelle zu einem neuen Zeitalter wähnten. Heute hat sich das direkte Bonding größtenteils durchgesetzt. Unsere Arbeit wurde dadurch deutlich vereinfacht, aber die Möglichkeiten der Kieferorthopädie wurden nicht komplett auf den Kopf gestellt.

Unser Fachbereich ist seit einiger Zeit erneut im Umbruch. Viele neue Techniken haben in den letzten Jahren Einzug gehalten und erheben den Anspruch, unser Fachgebiet nachhaltig zu verändern: Bildgebende Verfahren (siehe IOK 4/2010), skelettale Verankerungsmethoden, selbstligierende Brackets und Aligners eröffnen neue Behandlungs-Perspektiven. Das will uns zumindest die Industrie suggerieren.

Aber tun sie das wirklich? Welche dieser Neuerungen halten auch einer kritischen Prüfung stand?

Im ersten Teil dieses Heftes hinterfragen wir die angepriesenen Eigenschaften von selbstligierenden Bracketsystemen (Moser et al., Weiland) und setzen uns mit den klinischen Grenzen von Alignern auseinander (Hahn et al.). Auch die Indikationen und Grenzen von skelettalen Verankerungssystemen werden kritisch durchleuchtet (Männchen & Schätzle).

Die Zahntransplantation erlebt zurzeit ein Revival; dies nicht zuletzt aufgrund der doch nicht immer befriedigenden Resultate der Implantologie. Die Übersichtsarbeit von Temmermann et al. zeigt uns, wo wir heute mit dieser Technik stehen.

Im zweiten Teil des Heftes werden verschiedenen Facetten der klinischen Forschung meiner Heimat-Universität Zürich gezeigt (Müller & Specker, Deleurant et al., Hänggi).

Ich hoffe, es ist für alle etwas von Interesse dabei, und wünsche Ihnen viel Vergnügen bei der Lektüre dieser IOK-Ausgabe.

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