intensiv 2011; 19(4): 187-190
DOI: 10.1055/s-0031-1280886
Schwerpunkt|Schlaganfall
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Schlaganfallbedingte Dysphagie

Rainer Dziewas, Tobias Warnecke
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Publication Date:
02 July 2011 (online)

Zusammenfassung

Der Schluckakt wird in einem komplexen Zusammenspiel verschiedener Hirnregionen sowohl auf Ebene des Hirnstamms als auch des Großhirns koordiniert. Vor diesem Hintergrund wird die Tatsache verständlich, dass Schlaganfälle unterschiedlichster Lokalisation Schluckstörungen hervorrufen können. Die schlaganfallbedingte Dysphagie, die sich bei ca. der Hälfte der Patienten in der Akutphase der Erkrankung findet, ist ein etablierter Risikofaktor für Aspirationspneumonien und mit einer erhöhten Sterblichkeit der Betroffenen verknüpft. Die Versorgung dieser Patientenklientel stellt eine interdisziplinäre Herausforderung dar, die sich gleichermaßen an Ärzte, Pflegekräfte und Logopäden richtet. Im Rahmen eines systematischen Dysphagiemanagements sollte bei allen Schlaganfallpatienten ein einfaches Dysphagiescreening durchgeführt werden. Hier auffällige Patienten sind einer weiterführenden logopädischen Beurteilung und idealerweise einer apparativen Dysphagiediagnsostik zuzuführen. Auf dem Boden dieser Diagnostik ist die geeignete Ernährungsform individualisiert festzulegen. Zur Besserung des Beschwerdebildes und zur Vermeidung dysphagieassoziierter infektiöser Komplikationen bietet sich eine frühzeitige und intensive logopädische Therapie an.

Literatur

Prof. Dr. med. Rainer Dziewas

Universitätsklinikum Münster

Klinik und Poliklinik für Neurologie

Albert-Schweitzer-Straße 33

48129 Münster

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