Inf Orthod Kieferorthop 2011; 43(03): 167-172
DOI: 10.1055/s-0031-1286256
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Kortikotomie als Therapieoption in der kieferorthopädischen Behandlung – eine Literaturübersicht

Corticotomy as Established Method in Orthodontic Therapy – A ReviewS. Chiari-Töpker1, M. Bertl1, B. Pseiner1, H.-P. Bantleon1
  • 1Abteilung für Kieferorthopädie, Bernhard Gottlieb Universitätszahnklinik, Medizinische Universität Wien, Wien
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Publication Date:
18 October 2011 (online)

Zusammenfassung

Neben konventionellen orthodontischen Techniken hat sich in der Unterstützung der Zahnbewegung die Kortikotomie in den letzten Jahren immer stärker etabliert und sich in Fallberichten und klinischen Studien als effiziente Methode dargestellt. Der Vorteil dieser Technik liegt in der deutlichen Verkürzung der Behandlungsdauer, was die Methode vor allem in der kieferorthopädischen Erwachsenenbehandlung zu einer interessanten Therapieoption macht. Während verschiedene Modifikationen dieser Therapie in Fallberichten präsentiert wurden, beschäftigt sich die jüngste Literatur vor allem mit dem Mechanismus, der dieser beschleunigten Zahnbewegung zu Grunde liegt. Es konnte gezeigt werden, dass durch selektive alveoläre Kortikotomie ein erhöhter Knochenumsatz und eine vorübergehende Osteopenie basierend auf dem „Regional Acceleratory Phenomenon“ bewirkt werden können. Dies resultiert in einer initial schnelleren Zahnbewegung.

Abstract

In recent years the technique of corticotomy as adjunct treatment in orthodontic therapy has been well-established and has demonstrated its efficiency in case reports and clinical trials. The advantage of this technique is a reduced treatment time, which makes it an effective therapy tool – especially in adult patients. The mechanism underlying this technique is based on the regional acceleratory phenomenon. A selective alveolar decortication induces an increased bone turnover rate and transient osteopenia. This results in an enhanced rate of tooth movement in the initial phase after corticotomy.