Psychiatr. Psychother. Up2date 2012; 6(04): 213-228
DOI: 10.1055/s-0032-1305080
Schizophrenien, schizophreniforme und wahnhafte Störungen
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Integrierte Neurokognitive Therapie (INT) bei Schizophrenie

Daniel R. Müller
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Publication Date:
09 July 2012 (online)

Kernaussagen

Kognitive Defizite bleiben bei den meisten schizophren Erkrankten auch nach Abklingen der Positivsymptome durch optimale medikamentöse Behandlung bestehen und behindern weiterreichende Therapie- und Rehabilitationsbemühungen. Kognitive Funktionsdefizite stellen daher eines der zentralen Interventionsziele psychotherapeutischer Behandlung von schizophren erkrankten Patienten dar. Kognitive Remediationstherapie bezeichnet psychotherapeutische Ansätze mit dem unmittelbaren Interventionsziel einer Verbesserung in einem oder mehreren schizophrenierelevanten neurokognitiven Funktionsbereichen.

Die INT ist ein neuer, bereits evaluierter integrierter kognitiver Remediationsansatz im Gruppensetting. Sie integriert erstmals sämtliche von der MATRICS-Initiative definierte neuro- und sozialkognitive Funktionsbereiche in ein einheitliches Therapiekonzept.

Die Primärziele der INT stellen Verbesserungen der neuro- und sozialkognitiven Funktionsbereiche dar. Sekundärziele sind die Ressourcenförderung, Problem- und Krankheitssensibilisierung, Förderung des Wissens in alltagsrelevanten kognitiven Funktionsbereichen und der Einsicht in die eigene Funktionsfähigkeit in diesen Bereichen, Motivationsförderung und das Ermöglichen von Selbstwirksamkeitserfahrungen. Die INT zeichnet sich durch die konsequente Nutzung gruppendynamischer Prozesse sowie durch den Selbst- und Alltagsbezug aus.