Klinische Neurophysiologie 2012; 43(04): 292-293
DOI: 10.1055/s-0032-1305278
Das besondere Bild
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Bildmorphologische Differenzialdiagnose der Sinusvenenthrombose

Differential Diagnosis in Imaging of Cerebral Venous Thrombosis
M. Zavorotnyy
1  Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Münster
2  Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Münster
,
T. Niederstadt
3  Institut für Klinische Radiologie, Universitätsklinikum Münster
,
T. Duning
1  Klinik und Poliklinik für Neurologie, Universitätsklinikum Münster
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Publication History

Publication Date:
04 September 2012 (online)

Hintergrund

Hirnvenen- und Sinusthrombosen (SVT) sind eine ernste neurologische Erkrankung mit einer Letalitätsrate in der akuten Krankheitsphase von etwa 5 % [1]. Etwa 17 % der Patienten erleiden dauerhaft relevante neurologische Defizite [2], lediglich 57 % der Patienten waren nach 6 Monaten beschwerdefrei [3]. Gefürchtete Komplikationen sind neben dem perithrombotischen zerebralen Ödem die venösen Hirninfarkte und -blutungen (30 – 40 % der Fälle) sowie bleibende Liquorresorptionsstörungen mit konsekutiver intrakranieller Druckerhöhung [4]. Zur Therapie wird in der Akutphase eine effektive Antikoagulation mit unfraktioniertem oder niedermolekularem Heparin empfohlen, im Anschluss erfolgt eine orale Antikoagulation für 3 – 6 Monate [5]. Rechtzeitig diagnostizierte und behandelte Patienten haben eine weitaus günstigere Prognose.

Kopfschmerzen sind das häufigste Symptom einer SVT (etwa 90 % der Fälle). SVT-assoziierte Kopfschmerzen sind zudem oft das erste Symptom (> 70 %), können neurologischen Fokalsymptomen Tage und Wochen vorausgehen und bleiben in vielen Fälle das einzige Symptom (> 40 %), insbesondere bei jüngeren Patienten [6] [7].