retten! 2012; 1(2): 139-145
DOI: 10.1055/s-0032-1311811
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Gastrointestinale Blutungen – Im Einsatz immer ein Notfall?

Kilian Weigand
,
Ralf Dussinger
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Publication Date:
07 May 2012 (online)

Zusammenfassung

Ihre Ursachen und Ausprägungen sind unterschiedlich, doch in einem Punkt gilt für alle gastrointestinalen Blutungen dasselbe: Die Gefahr für den Patienten ist präklinisch schwer einzuschätzen – und potenziell groß.

Dieser Beitrag informiert über Ursachen und Formen bis hin zur adäquaten prä klinischen Therapie. Das Ziel der Autoren: mehr Sicherheit und weniger Stress für alle, die zu einer Magen-Darm-Blutung gerufen werden.

Kernaussagen

  • Schwerwiegende Blutungen sind meist im oberen GI-Trakt.

  • Blut-Erbrechen (Hämatemesis) kommt fast ausschließlich bei oberen GI-Blutungen vor.

  • Teerstuhl (Meläna) oder peranaler Blutabgang (Hämatochezie) können auf Blutungen im oberen und unteren GI-Trakt hinweisen.

  • Die Anamnese kann entscheidende Hinweise darauf liefern, was die wahrscheinlichste Blutungsquelle ist.

  • Der Blutverlust lässt sich nur mittels Endoskopie sicher abschätzen.

  • Jede GI-Blutung sollte zunächst als Notfall behandelt werden.

  • Gehen Sie bei jeder Lebererkrankung oder bekannten Varizen bis zum Beweis des Gegenteils von gefährlichen Varizenblutungen aus.

  • Auch Ulkusblutungen können schwere Ausmaße annehmen, Anamnese und Medikamenteneinnahme können hierauf hinweisen.

  • Die häufigsten unteren GI-Blutungen im Notfall-Setting sind Divertikel- und Hämorrhoidalblutungen.

  • Jeder ist potenziell der Träger infektiöser Erreger – daher gilt als 1. Maßnahme stets der Eigenschutz: Tragen Sie Handschuhe.

  • Die wichtigste Maßnahmen bei jeder GI-Blutung sind die Anlage von mindestens 2 großlumigen Venenverweilkanülen (mind. 16 G) und die Gabe von Kochsalz-Lösung.

  • Zu den Basismaßnahmen gehören die sichere Lagerung des Patienten, Sauerstoff-Gabe und ein adäquates Monitoring.

  • Protonenpumpenhemmer sind bei oberer GI-Blutung sinnvoll.

  • Um die anstehende Endoskopie zu verbessern, sollte der Patient nüchtern bleiben. Erwägen Sie die Gabe von Metoclopramid.

Ergänzendes Material