Deutsche Zeitschrift für Onkologie 2012; 44(2): 55-59
DOI: 10.1055/s-0032-1314665
Forschung
© Karl F. Haug Verlag MVS Medizinverlage Stuttgart GmbH & Co. KG

Körperliche Aktivität und Sport in der Onkologie unter besonderer Berücksichtigung der Regenerationseffekte und Prognose – eine Übersicht

Freerk T. Baumann
,
Philipp Raasch
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Publication History

Publication Date:
22 June 2012 (online)

Zusammenfassung

Eine Krebserkrankung und deren notwendige medizinische Therapie ziehen eine Fülle von Neben- und Auswirkungen nach sich, die sich auf physischer, psychischer und sozialer Ebene des Patienten zeigen. Körperliche Aktivität mit seinen ganzheitlichen Effekten kann hier prophylaktisch, aber auch regenerativ angewandt werden. Die Studienlage zeigt eine relativ gute Evidenz für die positiven Auswirkungen körperlicher Aktivität bisher nur für Mamma-Ca, Prostata-Ca und hämato-onkologische Erkrankungen. Hierbei sind vor allem die Aspekte zur Verbesserung der körperlichen Fitness, der Muskelkraft, der Lebensqualität und des Fatiguesyndroms zu nennen. Aktuelle Untersuchungen mit Brust-, Darm- und Prostatakrebspatienten geben erste Hinweise, dass durch körperliche Aktivität die Rezidivwahrscheinlichkeit und die Sterblichkeitsrate sinken könnten. Insgesamt findet sich in dem Kontext der Prognoseverbesserung jedoch keine gute Evidenz. Weitere Studien müssen folgen, um die Trainingssteuerung zu optimieren und damit die Effekte durch körperliche Aktivität zu erhöhen. Darüber hinaus sollten dabei auch Entitäten mit geringeren Inzidenzraten berücksichtigt werden.

Summary

A cancer diagnosis and their necessary medical therapy means a couple of side effects, which show up on physical, psychological and social level of the patient. Physical activity with its holistic effects can be used here preventively or rehabilitative way. The study situation shows a relative good evidence for the positive effects of physical activity however only for breast cancer, prostate cancer and haematological types of cancer. In this case improvements are observed in physical fitness, muscle power, quality of life and fatigue. Studies with breast, colon and prostate cancer patients give first references that physical activity could decrease the number of recurrences and death. However no well evidence in this context is observed. Further studies must follow, in order to optimize the dose of physical activity and to increase the effects. Thereby also entities with smaller incidences should be considered in the future.