Frauenheilkunde up2date 2012; 6(4): 237-244
DOI: 10.1055/s-0032-1315221
Geburtshilfe und Perinatalmedizin
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neue Trends in der Diagnostik und Therapie der Präeklampsie

S. Verlohren
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Publication Date:
30 August 2012 (online)

Kernaussagen

Die großen Fortschritte in der Präeklampsieforschung machen Hoffnung, die Erkrankung, die noch immer eine der Hauptursachen der mütterlichen und kindlichen Morbidität und Mortalität ist, bald besser beherrschen zu können. Sowohl die Erkenntnisse zu präziserer Diagnostik und Früherkennung als auch erste Berichte über therapeutische Optionen erlauben einen optimistischen Blick in die Zukunft. Die Möglichkeit, die angiogenen und antiangiogenen Faktoren als diagnostische und prognostische Hilfsmittel einzusetzen, erinnert an die Fortschritte in der Herzinfarktdiagnostik seit den 1950er-Jahren. Sind auch heute Serummarker wie das Troponin T nicht mehr aus der kardiologischen Diagnostik wegzudenken, so mag das in der Zukunft auch für den sFlt-1/PlGF-Quotienten im Fall der Präeklampsiediagnostik gelten. Bis dahin müssen die zunächst vielversprechenden Ergebnisse der letzten Jahre noch in großen Multicenterstudien überprüft werden. Vor allem muss klar definiert werden, zu welchem Zeitpunkt eine Bestimmung sinnvoll ist. Ob die Ersttrimesterdiagnostik zielführend ist, hängt ganz von der weiteren Erforschung präventiver Optionen ab. Der „Goldstandard“ der Präeklampsiediagnostik kann von einer Erweiterung um den sFlt-1/PlGF-Quotienten profitieren. Insbesondere die Vorhersage präeklampsiebedingter Komplikationen ist nun genauer denn je möglich.