Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2012; 7(4): 251-271
DOI: 10.1055/s-0032-1315238
Schultergürtel und obere Extremität
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Die distale Radiusfraktur

A. Wichelhaus
1  Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Rostock
,
G. Gradl
1  Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Rostock
,
T. Mittlmeier
1  Unfall- und Wiederherstellungschirurgie, Chirurgische Universitätsklinik Rostock
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Publication Date:
26 September 2012 (online)

Die distale Radiusfraktur ist die häufigste Fraktur des Menschen und verursacht einen erheblichen Arbeitsanfall in chirurgischen Notaufnahmen.

Vor 20 Jahren wurde ein Großteil der distalen Radiusfrakturen konservativ therapiert, heute jedoch setzt sich mehr und mehr die palmare winkelstabile Plattenosteosynthese durch. Jüngste Studien zeigen gute Behandlungsresultate bei jedoch nicht unerheblicher Komplikationsrate. Hauptprobleme bleiben die langfristige Stabilisierung der dorsalen Trümmerzone, Sehnenkomplikationen und die Reposition dorsaler Gelenkfragmente. Hierfür kann der dorsale Zugang notwendig sein. Der Fixateur externe und die Kirschner-Draht-Osteosynthese sind in der Literatur weiterhin Standardverfahren. Begleitverletzungen des Carpus und des Bandapparats sollten nicht übersehen werden und bedürfen mitunter einer besonderen Behandlung. Der komplexen Frakturgeometrie instabiler Radiusfrakturen kann mit einem Verfahren allein und mit einem operativen Zugangsweg oftmals nicht Rechnung getragen werden.

Wir möchten mit diesem Beitrag einen Überblick über die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten geben und Hilfe leisten zur Therapieplanung, die auf den Frakturtyp und den Patienten individuell angepasst sein sollte.