Orthopädie und Unfallchirurgie up2date 2013; 8(3): 179-193
DOI: 10.1055/s-0032-1325051
Pädiatrische Orthopädie und Unfallchirurgie
Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Rheumatische Gelenkerkrankungen im Kindes- und Jugendalter – Teil 2

A. Günther
1  Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, HELIOS Klinikum Berlin-Zehlendorf
,
R. Trauzeddel
2  Klinik für Kinder- und Jugendheilkunde, HELIOS Klinikum Berlin-Buch
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Publication Date:
03 July 2013 (online)

Die juvenile idiopathische Arthritis (JIA) ist die häufigste chronisch systemische Autoimmunerkrankung im Kindesalter. Bei Vorliegen einer über 6 Wochen anhaltenden Gelenkentzündung sollte eine rheumatische Erkrankung in die differenzialdiagnostischen Überlegungen einbezogen werden. Wird die Diagnose einer JIA gestellt, ist die Einleitung einer effektiven, möglichst nebenwirkungsarmen Therapie zeitnah zu beginnen, um Komplikationen und Langzeitschäden zu vermeiden. Frühzeitiger Therapiebeginn, die Subgruppe der JIA und das Auftreten extraartikulärer Manifestationen sind dabei prognosebestimmend.

Obwohl eine kausale Therapie nicht zur Verfügung steht, ist das Erreichen einer vollständigen Remission mit normalem Wachstum und Entwicklung sowie bestmöglichster Lebensqualität heutiges Therapieziel. Das Vorgehen entspricht einem multimodalem Prinzip, bestehend aus medikamentöser, physikalischer und ergotherapeutischer Therapie, ergänzt um sozialmedizinische Maßnahmen, Patientenschulungen und psychologischer Begleitung. Nur noch selten sind chirurgische Maßnahmen erforderlich.

Nachdem in Teil 1 Klassifikation und Diagnostik der juvenilen idiopathischen Arthritis dargestellt wurden, werden im vorliegenden Teil das therapeutische Vorgehen, medikamentöse und begleitende Maßnahmen erläutert. Es wird gleichzeitig auf wichtige therapiebegleitende Maßnahmen, wie augenärztliche Untersuchung und Impfungen, hingewiesen.