Kardiologie up2date 2013; 09(01): 69-77
DOI: 10.1055/s-0032-1326220
Koronare Herzerkrankung und Atherosklerose
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Im Windschatten von TAVI: der perkutane Pulmonalklappenersatz und seine klinische Bedeutung

Peter Ewert
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Publication Date:
28 March 2013 (online)

Abstract

Percutaneous pulmonary valve implantation was first successfully performed in 2000 by Philipp Bonhoeffer in Paris. Since then it has become an established valuable tool in the treatment of conduit failure especially in adolescents and young adults with complex congenital heart disease. About 4500 valves have been implanted by transcatheter means worldwide so far. The procedure is complex with prestenting of the right ventricular outflow tract and consideration of the topography of the coronary arteries, which can be compressed if their course is in immediate vicinity to the pulmonic conduit. With appropriate technique, however, it is an effective procedure to postpone repeated surgery for failing conduits in this young patient group. Further developments aim at the treatment of native outflow tracts by transcatheter pulmonary valves.

Kernaussagen
  • Beim perkutanen Pulmonalklappenersatz wird am häufigsten eine Melody-Klappe eingesetzt. Die zweite, wesentlich seltener verwendete Klappe ist die Edwards-Sapien-Klappe für die Pulmonalarterie.

  • Melody-Klappen benötigen keine gesonderte Einführschleuse und werden mit Ballons in Durchmessern von 18 mm, 20 mm und 22 mm implantiert. Die Einführschleusen für die Edwards-Sapien-Klappen haben Außendurchmesser von 25 F für die 23-mm-Klappe und von 28 F für die 26-mm-Klappe.

  • Indikationen des interventionellen Pulmonalklappenersatzes sind ein rechtsventrikulärer Spitzendruck von über zwei Dritteln des Systemdrucks, ein rechtsventrikuläres enddiastolisches Volumen von ≥ 150 ml/m2 Körperoberfläche und ein Regurgitationsvolumen über die Klappe von mehr als 50 %.

  • Der perkutane Pulmonalklappenersatz ist primär für voroperierte Patienten mit einem Conduit (Homograft, Bioklappe) entwickelt worden. Eine Fallot-Tetralogie und Pulmonalatresie mit Ventrikelseptumdefekt führt dabei Jahre nach der Korrekturoperation am häufigsten zum interventionellen Ersatz der Pulmonalklappe.

  • Ein perkutaner Pulmonalklappenersatz ist nur möglich, wenn der Ausflusstrakt nicht zu weit ist und der Stent die Koronararterien nicht komprimiert. Bei extrem verkalkten Conduits muss zunächst ein gecoverter Stent implantiert werden.