Gastroenterologie up2date 2013; 09(01): 41-54
DOI: 10.1055/s-0032-1326228
Endoskopie/Gastrointestinale Radiologie/Sonografie
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Endomikroskopie

Ralf Kiesslich
,
Martin Götz
,
Johannes Rey
,
Arthur Hoffman
Further Information

Publication History

Publication Date:
13 March 2013 (online)

Kernaussagen

Prinzip

  • Die Endomikroskopie stellt eine neuartige Technologie dar, die erstmals die mikroskopische Betrachtung von Gewebe auf zellulärer Ebene während der laufenden endoskopischen Untersuchung erlaubt.

  • Damit können Biopsien gezielt entnommen werden an Stellen, die eine auffällige endomikroskopische Struktur aufweisen, oder die Läsion kann unmittelbar aufgrund der intravital-mikroskopischen Diagnose endoskopisch therapiert werden.

  • An Stellen mit normaler Schleimhautarchitektur in der „optischen Biopsie“ sind keine Gewebeentnahmen nötig.

Einsatzgebiete

  • Die Endomikroskopie ist besonders nützlich zur Detektion prämaligner oder maligner Veränderungen in einem frühen Stadium bei Patienten mit erhöhtem Krebsrisiko. Hierzu gehören insbesondere Patienten mit Barrett-Ösophagus, Präkanzerosen des Magens oder mit lang bestehender Colitis ulcerosa.

  • Die kathetergeführte Endomikroskopie ist auch zur Beurteilung von Gallengangsveränderungen geeignet.

  • Durch die funktionelle und molekulare Bildgebung mikroskopischer dynamischer Prozesse in ihrer natürlichen Umgebung öffnen sich für die klinische Forschung und damit für unser Verständnis der Pathophysiologie neue Horizonte.