PSYCH up2date 2013; 7(02): 121-136
DOI: 10.1055/s-0032-1332860
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Therapie chronischer Schmerzen

Barbara Timmer
,
Jörg Heuser
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Publication Date:
25 February 2013 (online)

Kernaussagen
  • Der chronische Schmerz betrifft fast jeden 5. Erwachsenen in Deutschland.

  • Chronischer Schmerz verliert seine Warnfunktion und wird zu einer eigenständigen Schmerzkrankheit.

  • Biologische und psychosoziale Prozesse tragen zur Chronifizierung bei.

  • Das Phänomen Schmerz ist ein subjektives Wahrnehmungsphänomen; der Zusammenhang zwischen Befund und Befinden ist oft gering.

  • Durch eine frühzeitige ausreichende Schmerztherapie kann eine Chronifizierung verhindert werden.

  • Mit fortschreitender Chronifizierung sinkt die Wahrscheinlichkeit für einen Behandlungserfolg; eine frühzeitige und parallele somatische und psychologische Diagnostik und Behandlung ist daher entscheidend.

  • Die Chronifizierung durch präventive Maßnahmen zu verhindern, ist ein vorrangiges Ziel.

  • Die multimodale und interdisziplinäre Schmerzbehandlung umfasst sowohl somatische als auch psychologische Verfahren.

  • Die Arzt-Patienten-Kommunikation spielt eine wesentlich Rolle für Therapietreue und Patientenzufriedenheit und ist zu stärken und zu nutzen.

  • In der Schmerzmedikation ist idealerweise eine ausreichende Wirksamkeit bei akzeptabler Verträglichkeit das Ziel.

  • Die Gabe von Analgetika sollte sich an dem WHO-Stufenschema orientieren. Verabreichungsform erster Wahl ist die orale Applikation von retadierten Analgetika.

  • Der Einsatz von Opioiden erfolgt in Deutschland weiterhin viel zu zurückhaltend und ist mit vielen, in aller Regel unbegründeten Vorbehalten verbunden.

  • Analgetika gehören zu den am häufigsten eingenommenen und oft missbräuchlich verwendeten Medikamenten.

  • Alle Nichtopioide sind bei unsachgemäßer Verwendung mit einer hohen, irreversiblen Organtoxizität verbunden. Nebenwirkungen von Opioiden sind funktioneller Natur, können symptomatisch behandelt werden und sind reversibel.