Gastroenterologie up2date 2013; 09(03): 148-151
DOI: 10.1055/s-0033-1344495
Klinisch-pathologische Konferenz
(der Fall)
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Neuroendokriner Tumor mit unbekannter Primärlokalisation

Stephan E. Baldus14
,
Carl-Alexander Hartmann1
,
Matthias Brütting2
,
Andreas Hecker2
,
Samer Ezzidin34
,
Isadora Silveira Camargos4
,
Inga Boeck4
,
Martin Anlauf4
Further Information

Publication History

Publication Date:
01 September 2013 (online)

Einleitung

Bei den neuroendokrinen Tumoren des Verdauungstraktes (NET) handelt es sich mit einer Inzidenz von etwa 3 : 100 000 um seltene Neoplasien [1] [2]. Populationsbasierte Studien belegen jedoch einen Anstieg der Inzidenz um 600−800 % in den letzten 10 Jahren, der sicherlich auf die Verbesserung der bildgebenden und auch der pathologischen Diagnostik zurückzuführen sein dürfte. Bei einem Großteil der NET handelt es sich um lokale Tumorerkrankungen, die durch den Gastroenterologen endoskopisch diagnostiziert und häufig lokal abgetragen werden können (z. B. NET des Magens bei Typ-A-Gastritis, kleine duodenale NET oder rektale NET). Bei einem weiteren Teil der Patienten handelt es sich um Zufallsdiagnosen bei bereits vorliegender Metastasierung in Lymphknoten oder die Leber. Der Primarius ist zu diesem Zeitpunkt häufig nicht bekannt [3]. In sämtlichen internationalen NET-Registern liegt die Frequenz von metastasierten NET bei unklarem Primarius bei 10−15 % [3]. Ein solcher Patient mit der Erstdiagnose eines lymphogen und hepatisch metastasierten NET wird im Folgenden vorgestellt.

1 Institut für Pathologie, Zytologie und Molekularpathologie, Bergisch Gladbach


2 Klinik für Allgemein- und Visceralchirurgie, Evangelisches Krankenhaus, Bergisch Gladbach


3 Klinik und Poliklinik für Nuklearmedizin, Universitätsklinikum Bonn


4 Institut für Pathologie, Sektion für Neuroendokrine Neoplasien, Universitätsklinikum Düsseldorf