Senologie - Zeitschrift für Mammadiagnostik und -therapie 2013; 10(3): 153-157
DOI: 10.1055/s-0033-1346859
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Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

HR-positives Mammakarzinom – Endokrine Therapie des Mammakarzinoms

G. Pfeiler
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Publication Date:
12 December 2013 (online)

Die endokrine Therapie stellt eine zentrale Säule in der Behandlung des hormonrezeptorpositiven (HR+) Mammakarzinoms dar. Die Effektivität dieser Therapieform ist bei gleichzeitig relativ geringen unerwünschten Wirkungen enorm. Verschiedene Substanzen, Kombinationen und Sequenzen kommen im Rahmen der endokrinen Therapie zum Einsatz. Der derzeitige Wissensstand empfiehlt unterschiedliches Vorgehen je nach Menopausenstatus. Im Weiteren sollen der aktuelle Standard der adjuvanten „antihormonellen“ Therapie sowie mögliche Pitfalls besprochen werden.

Östrogene nehmen Einfluss auf die Entstehung und Progression von Brustkrebs. Die Bindung von Östrogenen (v. a. Östradiol) an den zellmembranständigen Östrogenrezeptor (ER) führt zur Aktivierung einer Signalkaskade, die Wachstum und Proliferation der Zelle fördert und die Apoptose hemmt. Zudem können Östrogene an den nicht membranständigen Östrogenrezeptor binden, der dadurch in den Nucleus transloziert und dort zur Transkription und in Folge zur Translation von Proteinen führt, die ihrerseits Wachstum und Proliferation der Zelle begünstigen. Demzufolge ist es das Ziel der endokrinen Therapie, den Östrogenrezeptor zu blockieren bzw. dessen Vorhandensein zu reduzieren (Tamoxifen, Fulvestrant) oder Serumöstrogenspiegel auf ein Minimum zu senken (Goserelin, Aromatasehemmer) und somit die Aktivierung des ER zu minimieren bzw. zu verhindern. Diese beiden unterschiedlichen Herangehensweisen wurden alleine oder auch in Kombination in der Prä- und Postmenopause untersucht.