Gastroenterologie up2date 2014; 10(01): 23-33
DOI: 10.1055/s-0034-1365124
Darm/Anorektum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Differenzialdiagnose von Kolitiden: mikroskopische Kolitis, Strahlenkolitis, ischämische Kolitis – Update

Andreas Tromm
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
27. März 2014 (online)

Kernaussagen

Mikroskopische Kolitis

  • Die kollagene und die lymphozytäre Kolitis werden unter dem Begriff der mikroskopischen Kolitis zusammengefasst.

  • Das klinische Leitsymptom der mikroskopischen Kolitis sind wässrige Diarrhöen. Bei Patienten mit dieser Symptomatik über 4 Wochen und endoskopischem Normalbefund sind Stufenbiopsien unverzichtbar.

  • Ein subepitheliales Kollagenband und ein lymphozytäres Infiltrat der Tunica propria sind die typischen histologischen Merkmale der kollagenen Kolitis. Bei der lymphozytären Kolitis finden sich im Deckepithel der Kolonschleimhaut > 20 intraepitheliale Lymphozyten pro 100 Epithelzellen.

  • Im Rahmen kontrollierter Therapiestudien waren Wismut, Weihrauch, Budesonid und Prednisolon wirksam, wobei sich insbesondere Budesonid aufgrund der hohen lokalen Verfügbarkeit als gut geeignet für die Therapie der mikroskopischen Kolitis erwies.

Strahlenkolitis

  • Bei der Strahlenkolitis wird zwischen einer akuten (bis zu 6 Monaten nach einer Radiatio) und einer chronischen Form (9 – 12 Monate nach Radiatio) unterschieden.

  • Es besteht eine enge Korrelation zwischen der Höhe der applizierten Strahlendosis und dem Ausmaß der Schleimhautveränderungen.

  • Die akute Strahlenenterokolitis heilt unter symptomatischer Therapie praktisch immer aus. Bei der chronischen Strahlenkolitis kommen auch Salizylate und Steroide zum Einsatz, die Patienten werden aber praktisch nicht beschwerdefrei.

Ischämische Kolitis

  • Die ischämische Kolitis kann akut oder chronisch sein und ist durch eine Minderperfusion des Kolons gekennzeichnet. Wichtig ist die frühzeitige Diagnosestellung, um eine rasche Reperfusion zu erreichen.

  • Die Diagnostik umfasst Labor (Laktat), Sonografie, CT und ggf. Angiografie.

  • Bei schweren nekrotischen Verläufen steht therapeutisch die chirurgische Resektion im Vordergrund.