Gastroenterologie up2date 2014; 10(02): 81-93
DOI: 10.1055/s-0034-1365562
Ösophagus/Magen/Duodenum
© Georg Thieme Verlag KG Stuttgart · New York

Obere gastrointestinale Blutungen

Stefan K. Gölder
,
Helmut Messmann
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Publication History

Publication Date:
05 June 2014 (online)

Kernaussagen

Definitionen und Häufigkeiten

  • Die akute gastrointestinale Blutung gehört zu den lebensbedrohlichen Erkrankungen und geht mit einer Letalität von 5 – 10 % einher.

  • Obere gastrointestinale Blutungen sind mit 85 % häufiger und verlaufen schwerer als untere gastrointestinale Blutungen.

  • Mit der Verfügbarkeit von endoskopischen Verfahren zur Untersuchung des Dünndarms (Kapselendoskopie und Ballonenteroskopie) ist die Entität der mittleren gastrointestinalen Blutung etabliert. Sie ist jedoch deutlich seltener als die obere und die untere gastrointestinale Blutung.

Prognose

  • Die Prognose bzw. das Mortalitätsrisiko wird im Wesentlichen von der Blutungsintensität bestimmt, die sich klinisch im Vorhandensein von Schock, im Hb-Wert, Konservenverbrauch oder Hämatemesis widerspiegelt.

  • Zusätzlich beeinflussen das Vorhandensein von Begleiterkrankungen und insbesondere die Einnahme von Antikoagulanzien bzw. das Alter des Patienten das Letalitätsrisiko, das besonders mit dem Auftreten von Rezidivblutungen steigt.

  • Ein wesentliches Ziel in der Behandlung der gastrointestinalen Blutungen ist daher das Verhindern von Rezidivblutungen.

Diagnostik und Therapie

  • Anamnestische Hinweise helfen bei der Diagnose der Blutungsart.

  • Goldstandard für die Diagnosestellung ist die Endoskopie, die eine gleichzeitige endoskopische Therapie ermöglicht.

  • Die Szintigrafie ist im Vergleich zur Angiografie im Nachweis einer Blutung sensitiver, bei der Lokalisation der Blutung ist sie dieser jedoch unterlegen und spielt im klinischen Alltag keine Rolle mehr. Die Angiografie bietet zusätzlich die Möglichkeit, die Blutung interventionell zu therapieren.

  • Der transjuguläre Stentshunt bietet die Möglichkeit, Ösophagusvarizenblutungen, die endoskopisch, medikamentös bzw. mittels Sonde nicht zu stillen sind, auch notfallmäßig zu stillen.

  • Die Operation stellt bei allen akuten Blutungen die Ultima Ratio dar und sollte nur bei Versagen der übrigen Methoden eingesetzt werden, da sie mit einer hohen Letalität assoziiert ist.