Palliativmedizin 2014; 15 - PD243
DOI: 10.1055/s-0034-1374414

Was sollten wir messen, um patientenrelevante Effekte der multimodalen Schmerztherapie abbilden zu können? Ein systematischer Review

S Deckert 1, C Kopkow 1, F Trautmann 1, R Sabatowski 2, 3, J Schmitt 1, U Kaiser 2
  • 1Zentrum für Evidenzbasierte Gesundheitsversorgung (ZEGV) des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • 2UniversitätsSchmerzCentrum, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dresden, Deutschland
  • 3Klinik für Anästhesiologie und Intensivtherapie, Universitätsklinikum Carl Gustav Carus der TU Dresden, Dresden, Deutschland

Hintergrund: Eine korrekte und vergleichende Interpretation der Forschungsergebnisse zur Wirksamkeit der multimodalen Schmerztherapie (MST) wird durch eine Vielzahl an Messmethoden, teils mit inadäquaten Testeigenschaften, zur Erfassung (patienten-)relevanter Outcomes erschwert. Durch Initiativen wie IMMPACT wurden bereits Outcome Sets für die Behandlung chronischer Schmerzen (ohne weitere Spezifizierung) für die USA und Kanada formuliert. Ziel dieses Reviews ist die systematische Erfassung sämtlicher (patienten-)relevanter Outcomes in klinischen und epidemiologischen Studien für chronischen Schmerz (> 3 Monate) im Rahmen einer MST.

Methodik: Es erfolgte eine systematische Literaturrecherche in den Datenbanken Medline, Embase und AMED (Suchzeitraum: bis 31.8.2013). Die recherchierten Studien werden mehrstufig und unabhängig durch vier Review-Teams gesichtet. Die Datenextraktion basiert auf einem standardisierten Erfassungsbogen. Bei abweichenden Beurteilungen wird zur Konsensfindung eine dritte Person einbezogen.

Ergebnisse: Von den initial gefundenen Treffern (n = 3,621) wurden insgesamt 633 Artikel mit relevantem Titel/Abstract ausfindig gemacht. Zwischen den Review-Teams wurde eine moderate bis gute Übereinstimmung erreicht (Kappa: 0,5 bis 0,8). Nachdem das Volltextscreening und die Datenabstraktion abgeschlossen sind, werden auf der Grundlage der als relevant identifizierten Studien sämtliche Endpunkte thematisch zusammengefasst und inhaltlichen Domänen zugeordnet.

Schlussfolgerung: Die Arbeit gibt einen Überblick zu Outcome Domänen, die bisher in der Literatur zur Abbildung relevanter Bereiche des Krankheitserlebens bei chronischen Schmerzen im Rahmen einer MST eingesetzt wurden. In einem sich anschließenden Delphi-Verfahren sollen die literaturbasierten Domänen zu einem Core Outcome Set konsentiert werden. Langfristig sollen anhand dieses Sets Empfehlungen zu relevanten Messinstrumenten erfolgen, die valide, reliabel und sensitiv die Effektivität der MST abbilden.