Palliativmedizin 2014; 15 - PD270
DOI: 10.1055/s-0034-1374441

Neue Wege in der Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden – Wie gestaltet sich die Versorgung in Wundnetzen?

X Hein 1, J Hops 1
  • 1Leuphana Universität, Lüneburg, Deutschland

Einleitung: Die Versorgung von Patienten mit chronischen Wunden ist durch komplexe Behandlungsabläufe gekennzeichnet und stellt die Leistungserbringer vor erhebliche Herausforderungen. In einer vorangegangenen qualitativen Untersuchung innerhalb der Regelversorgung (RV) konnten unangemessene Vergütungsstrukturen, unzureichende Diagnostik, inadäquate Behandlungsplanung und Abstimmungsprobleme sowie unklare Zuständigkeiten zwischen den Leistungserbringern als relevante Probleme bei der Wundversorgung identifiziert werden. Die Integrierte Versorgung (IV) stellt eine mögliche Versorgungsform dar, mit der man diesen Problemen begegnen kann. Um herauszufinden ob die identifizierten Versorgungsprobleme aus der RV auch in bestehenden IV-Verträgen auftreten bzw. wie diesen entgegengewirkt werden kann, werden in einer cross-case Study drei strukturell unterschiedliche Wundnetze untersucht und verglichen.

Methoden: Je Wundnetz werden teilstrukturierte Interviews mit 3 Patienten sowie den behandelnden Ärzten und Wundmanagern/examinierten Pflegefachkräften durchgeführt. Die Interviews werden aufgezeichnet, transkribiert und mittels qualitativer Inhaltsanalyse nach Mayring ausgewertet. Die Ergebnisse werden den bereits geführten Interviews aus der RV gegenübergestellt.

Ergebnisse: Erste Ergebnisse zeigen, dass viele Probleme aus der RV durch die Strukturen der Wundnetze gelöst werden. Die Zuständigkeiten sind meist klar geregelt, das Case Management wird oft von einem Wundmanager oder Facharzt übernommen und die Leistungserbringer zeigen sich mit den Vergütungsstrukturen zufrieden. Zudem lässt sich die Patientenzufriedenheit als hoch einstufen.

Fazit: Mittels Integrierter Versorgung kann bestehenden Problemen bei der Wundversorgung begegnet und entgegengewirkt werden. Die besonderen Strukturen und Eigenschaften der Wundnetze gilt es genauer zu betrachten und Wege für eine langfristige Implementierung in der Regelversorgung zu schaffen.