Palliativmedizin 2014; 15 - PD276
DOI: 10.1055/s-0034-1374447

Auf der Suche nach dem Erfolg ...: Multivariate Operationalisierung von Erfolgskriterien für die multimodale Schmerztherapie

C Donath 1, C Schön 2
  • 1Zentrum für Medizinische Versorgungsforschung, Psychiatrische Universitätsklinik Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland
  • 2Interdisziplinäres Schmerzzentrum der Universitätsklinik Erlangen, Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg, Erlangen, Deutschland

Hintergrund: Die Definition eines Erfolgs in der multimodalen Schmerztherapie wird bisher nicht einheitlich gehandhabt. Es gibt bisher kein allgemein gültiges akzeptiertes Erfolgskriterium, welches in der Versorgungsforschung als „Outcome“ dienen könnte.

Ziel: Definition eines kombinierten (aus mehreren Variablen bestehenden) Erfolgskriteriums für die multimodale Schmerztherapie mittels vorhandener Routinedaten aus der Versorgung von Schmerzpatienten

Methodik: Es wurden die Routinedaten von N = 375 Patienten des Schmerzzentrums der Universitätsklinik Erlangen genutzt, die eine 5-wöchige multimodale Schmerztherapie erhalten haben. Es wurden die Veränderungswerte von fünf Konstrukten verwendet, die bei den Patienten zu t0 (Screening) und t2 (Therapieende) vorhanden waren: Durchschnittliche Schmerzstärke, Beeinträchtigung (PDI), Depressivität (ADS), psychische und körperliche gesundheitsbezogene Lebensqualität (SF-36).

Ergebnisse: Es wurden zwei alternative Erfolgskriterien entwickelt: a) Erfolgreiche Beender verbessern sich in allen fünf Konstrukten um mind. 1 Punkt (=„Kompletterfolg“); oder b) Erfolgreiche haben in mindestens vier von fünf Konstrukten eine Verbesserung von mind. ½ Standardabweichung aufzuweisen (=„Substanzieller Erfolg“). Die Rate an Erfolg liegt bei den beiden Alternativen bei 38,9% bzw. 58,1%.

Schlussfolgerung: Es ist zu diskutieren, ob Erfolg in einer multimodalen Schmerztherapie eine Verbesserung (wenn auch minimal) in allen Variablen (Schmerzstärke, Beeinträchtigung, Depressivität und Lebensqualität) voraussetzt, oder ob bevorzugt eine substanzielle Verbesserung im Großteil der Zielbereiche erwartet werden soll.