Palliativmedizin 2014; 15 - PD316
DOI: 10.1055/s-0034-1374486

Werdende Eltern und ihre Informationsbedürfnisse zu Entbindungsmöglichkeiten – ein systematischer Review

SL Antoine 1, E Jacobs 1, E Neugebauer 2, M Eikermann 1
  • 1Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) und Lehrstuhl für chirurgische Forschung, Fakultät für Gesundheit, Evidenzbasierte Versorgungsforschung, Köln, Deutschland
  • 2Institut für Forschung in der Operativen Medizin (IFOM) und Lehrstuhl für chirurgische Forschung, Fakultät für Gesundheit, Köln, Deutschland

Fragestellung: Welche Bedürfnisse bzw. Präferenzen haben werdende Eltern hinsichtlich Informationen zu Entbindungsmöglichkeiten und sind sie mit diesen zufrieden?

Methodik: Eine systematische Recherche wird in bibliografischen Datenbanken durchgeführt (EMBASE, PubMed, Cochrane, CINAHL, PsycInfo). Studien, die die Bedürfnisse und Präferenzen sowie die Zufriedenheit hinsichtlich Informationen über Entbindungsmöglichkeiten erfassen, werden eingeschlossen. Zwei Reviewer bewerten unabhängig die Qualität der eingeschlossenen Publikationen sowie extrahieren und analysieren die Ergebnisse aus den Studien.

Ergebnis: Bisher konnten 13 relevante Studien identifiziert werden. Es wurden ausschließlich Frauen befragt, die in der Regel bereits einen Kaiserschnitt hatten. Aus den Studien wird der Bedarf nach aktuellen, qualitativ hochwertigen Informationen, die auf die persönliche Situation angepasst sind, deutlich. Insbesondere Aspekte hinsichtlich Nutzen und Risiken einer vaginalen Geburt nach einem Kaiserschnitt bzw. eines wiederholten Kaiserschnittes, praktischen Belangen (z.B. Ablauf in der Klinik), Anästhesie sowie psychischen Folgen sind von Bedeutung. Die befragten Frauen schildern in den meisten Studien eine unzureichende Aufklärung.

Schlussfolgerung: In fast allen Studien wird der Wunsch nach ausführlicheren, hochwertigen und personalisierten Informationen beschrieben. Die erfassten Informationsbedürfnisse sind sehr heterogen. Die unterschiedlichen Settings, die verschiedenen angewendeten Erhebungsmethoden mit jeweils unterschiedlichem Fokus in den Studien sowie die kleinen Studiengrößen sind bei der Bewertung der Studienergebnisse zu berücksichtigen. In der Entwicklung von Informationsangeboten und Entscheidungshilfen sollten die Vielfalt potenziell relevanter Themen sowie der Bezug zur persönlichen Lebenssituation für beide Elternteile berücksichtigt werden.