Diabetologie und Stoffwechsel 2014; 9 - P292
DOI: 10.1055/s-0034-1375149

Effizienz eines konservativer Abnehmversuch durch Ernährungsberatung, -analyse und -training hinsichtlich Gewichtsverlauf und metabolischer Parameter bei adipösen Patienten

B Milke 1, G Kramer 1, T Heller 1, C Kloos 1, H Kißler 2, U Settmacher 2, K Wick 3, B Strauß 3, G Wolf 4, UA Müller 1
  • 1Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III, Endokrinologie und Stoffwechselkrankheiten, Jena, Germany
  • 2Universitätsklinikum Jena, Klinik für Allgemeinchirurgie, Jena, Germany
  • 3Universitätsklinikum Jena, Institut für Psychosoziale Medizin und Psychotherapie, Jena, Germany
  • 4Universitätsklinikum Jena, Klinik für Innere Medizin III, Jena, Germany

Einleitung: Vor einer bariatrischen Maßnahme bei Adipositas ist ein konservativer Abnehmversuch zwingend (S3-Leitlinie Adipositas). Seit 2009 bieten wir eine Ernährungsintervention an. Wir untersuchten die Effektivität der Maßnahme bei Menschen mit und ohne Operationswunsch.

Methoden: Im Zeitraum von 2009 bis 2013 wurden alle Menschen, die sich mit dem Anliegen einer Gewichtsreduktion vorstellten und den konservativen Abnehmversuch komplett absolvierten eingeschlossen. Das Ernährungstraining beinhaltete drei Vorstellungen über mindestens 6 Monate, regelmäßige und dokumentierte Gewichtskontrolle durch Arzt und Patient, Ernährungsprotokolle und -analysen. Der HbA1c ist DCCT adjustiert (mittl. NB 5,05%).

Ergebnisse: 72 Patienten wurden analysiert (Alter 48,2 ± 12,1J.; weiblich 67%; Beobachtungszeit 1,47 ± 1,1J., Gewicht 135,5 ± 28,6 kg; BMI 47,0 ± 7,5 kg/m2;). Nach Intervention lag das Gewicht bei 133,1 ± 29,1 kg (-2,4 kg; p = 0,098), der BMI bei 46,6 ± 8,4 kg/m2 (-0,4 kg/m2; p = 0,57).

36 Patienten wurden nach Intervention operiert (alle Schlauchmagen-OP; Alter 48,3 ± 9,1J.; BMI 49,1 ± 7,2 kg/m2; weiblich 67%) und hatten vor Operation keinen Effekt (Beobachtungszeit 1,4 ± 0,52J., Gewicht (141,8 ± 27,0 kg) und BMI (49,7 kg/m2) konstant).

36 Patienten (Alter 48,1 ± 14,7J.; Körpergewicht 129,3 ± 29,1 kg, BMI 44,1 ± 7,3 kg/m2; weiblich 67%) wurden nicht operiert, n = 13 (36%) kein OP-Wunsch, n = 10 (28%) für Patient ausreichende konservative Gewichtsreduktion, n = 5 (14%) wg. ungenügender Motivation, n = 5 (14%) wg. Eßstörung, n = 1 (3%) wg. zu hohen Alters, n = 1 (3%) wg. Kontraindikation aufgrund Begleiterkrankung, n = 1 (3%) keine Wiedervorstellung. Diese Patienten hatten nach einer Beobachtungszeit von 1,57 ± 1,5J. im Mittel ein Gewicht von 124,5 ± 27,9 kg (Gewichtsverlust -4,8 kg; p = 0,054) und einen BMI 43,5 ± 7,9 kg/m2 (-0,6 kg/m2; p = 0,098).

Die Patienten, die eine für sich ausreichende Gewichtsreduktion erzielten, konnten ihr Körpergewicht und BMI verringern (-15,1; p = 0,02; BMI -4,42 kg/m2; p = 0,012), Patienten ohne OP-Wunsch nahmen zu (KG+1,5 kg/BMI+0,58 kg/m2; n.s.).

Schlussfolgerungen: Eine Intervention zur Ernährung mit dem Ziel der Gewichtsreduktion ist bei motivierten Patienten effektiv.