Gastroenterologie up2date 2015; 11(02): 101-117
DOI: 10.1055/s-0034-1392228
Darm/Anorektum
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Gastrointestinale und biliäre Parasitosen – Update

Christoph Beglinger
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Publikationsverlauf

Publikationsdatum:
15. Juni 2015 (online)

Kernaussagen
  • Parasitosen des Gastrointestinaltraktes werden durch Protozoen (Einzeller) und Helminthen verursacht.

  • Viele Parasitosen werden verzögert erkannt und diagnostiziert, weil nicht an sie gedacht wird.

  • Die Übertragung erfolgt in der Regel durch kontaminierte Nahrungsmittel oder verseuchtes Wasser, aber auch von Mensch zu Mensch oder von Tier zu Mensch. Speziell Kinder und immunsupprimierte Personen sind vermehrt betroffen.

Protozoen

  • Es gibt zwei Formen der Amöbeninfektion: die pathogene Form mit E. histolytica und die nicht pathogene Form mit E. dispar. Mikroskopisch können die beiden Formen nicht unterschieden werden, nur durch spezifische ELISA-Methoden.

  • Kokzidien (Cryptosporidium parvum, Isospora belli, Mikrosporidien) sind Protozoen, die sowohl beim Tier als auch beim Menschen verschiedene Krankheiten erzeugen können.

Helminthen

  • Nematoden, die eine Lungenpassage durchmachen, sind Ascaris lumbricoides, Ancylostoma duodenale und Strongyloides stercoralis. Keine Lungenpassage brauchen Enterobius vermicularis, Trichuris trichiura und Trichinella spiralis.

  • Labordiagnostik ist notwendig zum Erregernachweis (in der Regel im Stuhl).

  • Die Therapie ist abhängig vom Erreger.